Studentinnen und Studenten sitzen während einer Vorlesung in einem Hörsaal. | dpa

Studie zu Hochschulen NC-Quote sinkt weiter

Stand: 01.07.2021 12:09 Uhr

Vielen jungen Menschen bleibt die Wahl des Wunschstudiums verwehrt. Denn ob es mit dem Studienplatz klappt, hängt oft von Abiturnoten ab. Doch vielerorts werden die Zulassungsbeschränkungen lockerer, wie eine Studie zeigt.

An den Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland sind Zulassungsbeschränkungen prozentual gesehen weiter rückläufig. Der sogenannte Numerus Clausus (NC) gilt nach einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) derzeit für 40,1 Prozent der Studiengänge im Wintersemester (2021/2022). Im Vorjahr lag der Wert noch bei 40,6 Prozent.

Deutschlandweit sei die NC-Quote bereits im fünften Jahr in Folge gesunken, teilte das zur Bertelsmann Stiftung gehörende CHE mit. "Dass den Studieninteressierten des aktuellen Abiturjahrgangs nach diesem außergewöhnlichen Schuljahr mehr als die Hälfte aller Studienangebote ohne Zulassungsbeschränkungen offen steht, ist ein wichtiges und gutes Signal", sagte CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele.

Beste Chancen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern

Bundesweit beginnen in Deutschland nach Angaben des CHE rund 900.000 Menschen jährlich ein Studium. Hamburg (65,2 Prozent), Berlin (65,1) und das Saarland (63,3) haben die höchsten Quoten. Die besten Chancen auf einen Studienplatz haben angehende Studierende in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Hier sind nur rund 20 Prozent der Studiengänge mit einem NC belegt.

Im Vergleich der Städte zeigt die Studie deutliche Unterschiede: In Dortmund, einer Hochschulstadt mit mehr als 50.000 Studierenden, liegt die NC-Quote bei den Studienfächern bei 23 Prozent, in Leipzig mit über 17.000 Studierenden sind es 63 Prozent.

Weniger NC-Fächer auch in beliebten Städten

"Bemerkenswert ist, dass sieben der zehn Städte mit der höchsten NC-Quote ihren Anteil an zulassungsbeschränkten Studiengängen im Vergleich zum Vorjahr senken konnten", sagt Studienautor Cort-Denis Hachmeister. Dies gelte besonders für beliebte Studierendenstädte wie Köln (von 59 auf 52 Prozent), Hamburg (von 62 auf 58), Leipzig (von 65 auf 63) oder München (von 53 auf 52).

Hachmeister empfiehlt, den Blick in die Nachbarschaft zu richten. "Oft gibt es gleichwertige Studienangebote ohne Numerus Clausus sogar an benachbarten Hochschulen", sagt der Studienautor.

Mehr Beschränkungen an Fachhochschulen

Bei der Betrachtung der bundesweiten Zahlen lohnt ein Blick auf die Abschlussarten, Fächer und Hochschularten. In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist bundesweit laut Studie jeder zweite Studiengang mit einem NC belegt. Anders ist es bei den Ingenieurwissenschaften. Hier haben zwei Drittel der Erstsemester unabhängig von der Abiturnote freien Zugriff.

Universitäten arbeiten weniger mit Zulassungsbeschränkungen (37 Prozent) als Fachhochschulen (42). Auch zwischen Bachelorstudiengängen und dem Master gibt es mit 42 zu 39 Prozent einen Unterschied.

Über dieses Thema berichtete NDR 90.3 Aktuell am 01. Juli 2021 um 12:00 Uhr.