Zwei Schützenbrüder stehen im Reiterstadion in Vechta mit ihrer Fahne bei der Aufstellung für den Umzug bereit und warten.  (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auf Distanz zu AfD Schützen wehren sich gegen Vereinnahmung

Stand: 09.03.2020 08:35 Uhr

Will die AfD Schützenvereine unterwandern, um sich ein "volkstümliches Mäntelchen" umzustülpen? Ein Schützenbund spricht von gezielter Kontaktaufnahme und hohen Spendenofferten. Die Organisation geht auf Distanz.

Der Bund der Historischen Schützenbruderschaften (BHDS) hat seine Distanz zu rechten Kräften betont und "Vereinnahmungsversuche" der AfD verurteilt. Wie der Bundesschützenmeister Emil Vogt nach Informationen der Nachrichtenagentur KNA auf der Jahresmitgliederverammlung sagte, habe die Partei Ende 2019 in der Debatte um das neue Waffenrecht den christlichen Schützenbund und seine Bruderschaften gezielt angeschrieben.

Mitte Februar hatte die Organisation zudem ihre Mitglieder vor Geldspenden gewarnt, die mutmaßlich von der AfD kommen. Die "Rheinische Post" zitierte damals aus einem internen Schreiben: "In den letzten Wochen boten uns unbekannte Personen aus Bundesländern, in denen es keine BHDS-Bruderschaften gibt, hohe Geldspenden an. Der BHDS hat die Annahme verweigert, weil nach unserer Recherche hier offensichtlich über AfD-Kanäle ein für den BHDS kompromittierender Sachverhalt konstruiert werden sollte."

"Volkstümliches Mäntelchen"

Offensichtlich verfolge die AfD die Absicht, bis 2025 den Status einer Volkspartei zu erlangen, so der Schützenbund. Ziel sei es, "gerade Schützen- und andere Brauchtumsvereine zu unterwandern, um sich damit ein volkstümliches Mäntelchen umzulegen", so der Bundesschützenmeister.

Auch die Nachwuchsorganisation des BHDS bekräftigte ihr Engagement gegen Rechts. So treibe man nach Worten des Bundesjugendschützenmeisters Stephan Steinert die Aktion "Schützen gegen Rechts" weiter voran. Auch habe man beschlossen, keine Mitglieder der AfD oder deren Unterorganisationen aufzunehmen.

Vogt betonte, dass Respekt, Ehrlichkeit und Toleranz fest einher gingen mit dem Leitgedanken des BHDS "Für Glaube, Sitte, Heimat". "Gerade in der heutigen Zeit, in der rechte Populisten unter dem Deckmantel der Heimatverbundenheit Grenzen abschotten wollen und Fremdenhass schüren, zeigen wir, dass unser Heimatbegriff auf Miteinander setzt und nicht auf Ausgrenzung."

Der BHDS zählt rund 400.000 Mitglieder in knapp 1300 Bruderschaften.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. März 2020 um 08:00 Uhr.

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