Demonstration von Schülern für mehr Klimaschutz vor dem Hamburger Rathaus | Bildquelle: dpa

"Schulstreik" für Klimaschutz Zur Demo statt ins Klassenzimmer

Stand: 18.01.2019 17:44 Uhr

In vielen deutschen Städten sind Schüler auf die Straße statt in die Schule gegangen. Ihr Ziel: Für mehr Klimaschutz demonstrieren. Dass sie dabei den Unterricht verpassen, ist bewusster Teil der Aktion.

Tausende Schüler und Studierende haben in mehr als 50 deutschen Städten für mehr Klimaschutz demonstriert. Auf ihren Transparenten stand unter anderem: "Warum lernen ohne Zukunft?", "Opa, was ist ein Schneemann?" und "Das Klima ist aussichtsloser als unser Mathe-Abi".

Die Schülerorganisatoren gehen davon aus, dass mehr als 30.000 Demonstranten während der Unterrichtszeit auf die Straße gingen. In Freiburg, wo nach Angaben der Organisatoren die meisten demonstrierten, waren es laut Polizei rund 3500. In Niedersachsen und Bremen zählte die Polizei ebenfalls rund 3500 Teilnehmer, 2300 davon allein in Hannover. In Jena kamen nach Angaben der Organisatoren über 130 Schüler zum Holzmarkt, in München 750 zum Geschwister-Scholl-Platz.

Demonstration von Schülern für mehr Klimaschutz in München | Bildquelle: dpa
galerie

Wie hier in München beteiligten sich in mehreren Städten Schüler am "Schulstreik".

Einhaltung des Pariser Klimaabkommens gefordert

Proteste unter dem Motto "#FridaysForFuture" gab es auch in Berlin und Hamburg. Die Mobilisierung dazu lief vor allem über Facebook oder WhatsApp-Gruppen.

Die Organisatorin der Proteste in Hannover, Lou Töllner, sagte, es gehe den Teilnehmern vor alle um die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und den Ausstieg aus der Kohleenergie. "Wir fordern den kompletten Ausstieg aus der Kohle und einen Wechsel zu erneuerbaren Energien", sagte Töllner. Das Thema dürfe kein Randthema bleiben.

Schüler streiken gegen Klimapolitik
tagesthemen 21:45 Uhr, 18.01.2019, Mirjam Kottmann, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Greta Thunbergs "Schulstreik" als Vorbild

Dass die Demonstrationen nicht am Abend stattfinden, sondern tagsüber während der Schulzeiten, ist bewusster Teil der Aktion. Vorbild dafür ist die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigem "Schulstreik" internationale Aufmerksamkeit erlangt hatte und auch zur UN-Klimakonferenz nach Kattowitz eingeladen worden war.

Der "Schulstreik" soll darauf aufmerksam machen, dass es die Generation der heute jungen Menschen ist, die die Folgen des Klimawandels ausbaden muss, den die Generationen davor zu verantworten haben. "Warum soll man für eine Zukunft lernen, die es vielleicht gar nicht gibt?", formulierte es die Schwedin Thunberg. "Und warum soll man Fakten pauken, wenn die wichtigsten Fakten von der Gesellschaft nicht ernst genommen werden?"

Verhaltene Kritik aus dem Kultusministerium

Aus dem niedersächsischen Kultusministerium kam grundsätzliche Unterstützung für das Anliegen der Schüler, nicht aber für die konkrete Protestform. "Wir begrüßen das Engagement der Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz sehr", sagte eine Sprecherin von Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Doch obwohl sie sich für ein schützenswertes Anliegen einsetzten, lägen die Voraussetzungen für eine Beurlaubung vom Unterricht nicht vor. Zwar könne dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit ein Vorrang vor dem staatlichen Bildungsauftrag eingeräumt werden. In diesem Fall müsse dies aber die jeweilige Schulleitung zuvor erlauben.

Die "Schulstreik"-Aktion hat inzwischen Nachahmer in einer ganzen Reihe von Ländern gefunden. In Belgien etwa waren gestern laut Schätzungen etwa 10.000 Schüler auf die Straße statt in die Schule gegangen. Auf Schildern war dort unter anderem zu lesen: "Schule schwänzen? Nein. Wir kämpfen für unsere Zukunft."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Januar 2019 um 13:00 Uhr.

Darstellung: