Altkanzler Gerhard Schröder bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutte

"Ende von Merkels Kanzlerschaft" Schröders Retourkutsche

Stand: 06.11.2018 09:07 Uhr

Als hätte er nur darauf gewartet: Als Kanzler Schröder 2004 den Parteivorsitz abgab, kündigte Merkel das baldige Ende der Regierung an. Jetzt gab es für ihn die späte Möglichkeit der Revanche - und er nutzte sie.

Es ist beinahe 15 Jahre her, aber die Worte Angela Merkels dürfte er nie vergessen haben: Als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Februar 2004 ankündigte, auf seinen Parteivorsitz zu verzichten, orakelte die CDU-Vorsitzende: Das sei der Anfang vom Ende von Rot-Grün, der Anfang vom Ende von Kanzler Schröder. Tatsächlich sollte Merkel Recht behalten, ein Jahr später endete die Ära Schröder. Rot-Grün wurde von einer Großen Koalition unter Kanzlerin Merkel abgelöst.

Jetzt bekam Schröder die späte Gelegenheit für eine Retourkutsche. Bei einer Festveranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung - Anlass war die Bildung der ersten rot-grünen Bundesregierung vor 20 Jahren - äußerte sich Schröder zu vielem - auch zum CDU-Parteitag und der Ankündigung Merkels, nicht erneut für den Parteivorsitz zu kandidieren: "In jedem Fall wird es so sein, dass mit dieser Entscheidung das Ende der Kanzlerschaft von Frau Merkel - wann auch immer - eingeleitet worden ist."

"Neuwahlen spätestens im Frühsommer"

Schröder erwartet Friedrich Merz künftig an der CDU-Spitze und rechnet daher mit Neuwahlen "spätestens im Frühsommer" nächsten Jahres. Denn Merz werde kaum "die besonderen Loyalitäten" übrig haben, die erforderlich seien, damit Merkels Vorstellung von einer Fortführung ihrer Kanzlerschaft unter einem anderen CDU-Vorsitzenden klappe. "Und ich kann mir nicht vorstellen, dass - naja - meine Partei alles aushalten kann."

Eine andere Vorhersage dürfte auf jeden Fall zutreffen. Das Thema SPD-Chef ist für Schröder endgültig abgehakt. "Also ich kann das kurz beantworten", sagte er auf eine Frage dazu. "Ich finde keinen Ortsverein der SPD, der mich vorschlägt."

Anmerkung: Eine Große Koalition wählte Merkel 2005 zur Kanzlerin - nicht die Unions-FDP-Koalition, wie es in einer früheren Version des Textes hieß.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. November 2018 um 06:25 Uhr.

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