Scholz und der SPD-Vorsitz "Relativ gute Chancen"

Stand: 16.08.2019 12:50 Uhr

Welche Chancen hätte Scholz auf den Parteivorsitz? Relativ gute, meint ARD-Korrespondent Oliver Köhr - immerhin sei der Finanzminister der prominenteste Bewerber. Allerdings habe er auch Gegner in der Partei.

Dass ausgerechnet mit Olaf Scholz nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios erstmals ein Politiker aus der ersten Reihe als Bewerber um den SPD-Vorsitz bereit steht, kommt für viele unerwartet. Schließlich hatte er erklärt, nicht zur Verfügung zu stehen, weil sich das schon allein zeitlich nicht mit seinem Amt als Finanzminister vereinbaren lasse.

Dass er sich jetzt doch anders entschieden habe, sei in einem Gespräch mit den drei kommissarischen Parteivorsitzenden zur Sprache gekommen, sagt ARD-Korrespondent Oliver Köhr. "Denen hat er angeboten: Wenn ihr das wollt, dann stehe ich zur Verfügung." Ein weiterer Punkt: "Wenn man Scholz kennt: Er sieht sich tatsächlich wohl auch als ein möglicher Kanzlerkandidat." Da sei der Zugriff als SPD-Chef durchaus einfacher. Vor allem aber habe es in den vergangenen Wochen auch Kritik daran gegeben, dass niemand aus der Parteispitze so richtig bereit sei, zuzugreifen und das Amt des SPD-Vorsitzenden zu wollen. "Auch das mag dazu beigetragen haben."

Oliver Köhr, ARD Berlin, zur Kandidatur von Olaf Scholz zum SPD-Parteivorsitz
tagesthemen 21:45 Uhr, 16.08.2019

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Köhrs Einschätzung nach könnte die Bewerbung Erfolg haben: "Er ist mit Sicherheit der prominenteste Bewerber, wenn er denn vom Bewerber auch zum Kandidaten wird. Deswegen gibt es da de facto schon relativ gute Chancen." Allerdings habe er bei seiner letzten Wahl zum Parteivize nur 59 Prozent auf dem Parteitag bekommen. "Das zeigt, er hat durchaus auch Gegner in der Partei."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. August 2019 um 12:00 Uhr.

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