Blick auf die Sitzplätze im leeren Großen Saal im Gewandhaus zu Leipzig | dpa

Corona-Krise Scholz plant "Schutzschirm" für Veranstalter

Stand: 06.12.2020 08:06 Uhr

Impfungen sind absehbar, viele hoffen daher auf ein baldiges Ende der Pandemie. Insbesondere die Veranstalter im Kulturbereich. Finanzminister Scholz will deshalb für die Branche Planungssicherheit schaffen - durch staatliche Garantien.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant einem Medienbericht zufolge eine staatliche Kosten-Übernahme für Veranstaltungen, die in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden müssten. Er wolle die Konzertveranstalter mit dieser Maßnahme ermutigen, jetzt wieder loszulegen, "sonst ist die Pandemie irgendwann vorbei, aber es finden keine Konzerte statt", sagte Scholz in einem Interview mit dem "Tagesspiegel".

Scholz: Aufwendungen abrechnungsfähig machen

Die Bundesregierung wolle alle Aufwendungen abrechnungsfähig machen, "die in optimistischer Erwartung getätigt wurden und sich wegen Corona-Restriktionen nicht realisieren lassen", sagte Scholz der Zeitung. "Wer jetzt solche Veranstaltungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 plant, die dann wider Erwarten doch abgesagt werden müssen, soll dafür Ersatz bekommen."

Durch die Maßnahme solle "auch die ganze Maschinerie mit den vielen Soloselbstständigen und Musikern wieder in die Gänge" kommen.  Zudem arbeite er laut der Zeitung an einem Förderprogramm, das Kulturveranstaltungen unterstützen soll, die wegen der Corona-Restriktionen nur von einem beschränkten Publikum besucht werden können und daher nicht wirtschaftlich sind.

Kritik von Union und Ökonomen zurückgewiesen

Scholz wehrte sich gegen Kritik von Union und Ökonomen, die bisher auf rund 33 Milliarden Euro veranschlagte November- und Dezemberhilfe sei viel zu üppig konzipiert. Den vom Teil-Lockdown betroffenen Branchen wird bis zu 75 Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahresmonat ersetzt.

"Darunter sind Betriebe, die das ganze Jahr über kaum Geschäft gemacht haben und mit dem Umsatz in den letzten Wochen des Jahres gerechnet haben. Denken Sie an die Schausteller und die Weihnachtsmärkte. Deshalb war es richtig, nicht nur die Einschränkungen zu verlängern, sondern auch die Hilfen", sagte er.

Zugleich betonte Scholz, dass die Hilfen ab Januar auf ein Modell umgestellt werden, das sich an den Fixkosten orientiert. Bei der dafür geplanten Überbrückungshilfe III würden die Obergrenzen ausgeweitet: von monatlich 50.000 Euro auf bis zu 200.000 Euro.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Dezember 2020 um 02:07 Uhr in den Nachrichten.