Die österreichische Feuerwehr räumt Schnee von einem Hausdach in Rosenau. | Bildquelle: REUTERS

Unwetter in den Alpen Helfer im Dauereinsatz

Stand: 14.01.2019 15:06 Uhr

Allmählich ist ein Ende des Dauerschneefalls in den Alpen in Sicht, doch es herrscht weiter hohe Lawinengefahr. Während Helfer gegen die Schneemassen kämpfen, bringen Regen und Tauwetter neue Probleme.

Mehrere Lawinen haben in den Alpen erneut die Gefahr der extremen Schneemassen gezeigt. Noch immer gilt in fünf bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall. In etlichen Schulen fällt auch in dieser Woche der Unterricht aus, weil die Schulwege als zu unsicher gelten.

Tausende Helfer schaufelten die schweren Schneemassen von einsturzgefährdeten Dächern und räumten umgestürzte Bäume von den Straßen. In mehreren Orten wurden Turnhallen für Bürger und Rettungskräfte frei gehalten, falls es zu Evakuierungen kommen sollte.

Merkel dankt Helfern, Seehofer schickt Verstärkung

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte ihre Anerkennung für die Helfer in den Alpen aus. Alle Kräfte vor Ort leisteten großartige Arbeit, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Bundesinnenminister Horst Seehofer machte sich am Mittag im Berchtesgadener Land ein Bild der Lage. Dabei kündigte er an, dass 230 Einsatzkräfte der Bundespolizei die Helfer in den tief verschneiten Gebieten unterstützen werden. "Das ist ein Signal, dass man in einer solchen Situation einfach zusammensteht", sagte er. Der Landrat des Kreises Berchtesgadener Land habe die Bundespolizei am Samstag um Hilfe gebeten.

Verschiedene Arten von Schneelawinen
11.01.2019

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Hotel von Lawine getroffen

Im Wintersportort Balderschwang im Allgäu traf eine Lawine am Morgen ein Hotel. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.

Die Lawine mit einer Breite von 300 Metern drückte Fenster des Hotels ein und Schnee gelangte ins Innere. Die etwa 100 Hotelgäste wurden anderweitig untergebracht. Die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang an der Grenze zu Österreich war wegen der Gefahr von Abgängen seit Sonntag gesperrt. Etwa 1300 Menschen saßen in dem Ort fest.

In vielen Skigebieten Bayerns standen am Montag die Lifte still. In Ruhpolding wurde die für diesen Dienstag geplante Eröffnungsfeier beim Biathlon-Weltcup abgesagt. "Wir hoffen alle, dass sich die Gefahrensituationen möglichst schnell bereinigen lassen", sagte Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler.

Entspannung ab Dienstag

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist allmählich ein Ende des Dauerschneefalls in Sicht. Die Meteorologen rechnen noch bis Dienstag mit starken Schneefällen im Alpenraum. Dabei könnten Neuschneehöhen von 40 bis 70 Zentimetern, in "exponierten Staulagen" sogar von 100 bis 150 Zentimetern zusammenkommen. Dann klingen die Niederschläge im Westen und Süden Deutschlands langsam ab, sagte ein Sprecher.

Der zunehmende Einfluss eines Hochdruckgebiets beende dann auch die Unwetterlage in den Alpen. "Trotzdem muss auch weiterhin mit einer hohen Schneebruchgefahr gerechnet werden", teilte der DWD mit. Die Lawinengefahr halte weiterhin an.

Die angekündigten neuen Schneefälle sollten die Lage noch einmal deutlich verschärfen. Zugleich sollten mildere Temperaturen und Regen in niedrigeren Lagen den gleichen Effekt zu haben. Auch sie machen den Schnee schwerer.

Überschwemmungen in tieferen Regionen

Regen und Tauwetter führten mancherorts zu Hochwasser. In Baden-Württemberg gingen die Wasserstände am Vormittag mit Ausnahme von Neckar und Rhein aber wieder zurück. An einigen Orten waren Straßen überschwemmt. Kleinere Überschwemmungen wurden auch aus Teilen Bayerns gemeldet. Außerdem schwollen Flüsse in Thüringen und Sachsen an.

Höchste Lawinenwarnstufe in Teilen Österreichs

Während laut bayerischem Lawinenwarndienst im deutschen Alpenraum die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier galt, wurde im österreichischen Bundesland Tirol die höchste Lawinenwarnstufe fünf auf weitere Regionen ausgeweitet. "Es fiel vor allem im Karwendel mehr Schnee als erwartet", teilte die zuständige Behörde mit. Mit dem Neuschnee seien viele große und sehr große Lawinen abgegangen. Insgesamt sind in Österreich mehr als 180 Straßen gesperrt, viele Orte waren wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten.

In der Nähe von Salzburg wurden vier Männer beim Abschaufeln eines Hausdachs von einer Dachlawine mitgerissen. Sie stürzten rund sechs Meter in die Tiefe. Ein 47-Jähriger kam dabei ums Leben, zwei Männer wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Laut ORF soll es in den Nord- und Zentralalpen bis Dienstagmittag nahezu ununterbrochen schneien. Zwischen Vorarlberg und Niederösterreich rechnen die Wetterexperten mit 50 bis 150 Zentimeter Neuschnee. Dieser könnte zusammen mit Sturm und Schneeverwehungen die Lawinengefahr steigern.

Ein Mann in Davos befreit den Weg zu seinem Haus vom Schnee. | Bildquelle: GIAN EHRENZELLER/EPA-EFE/REX
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In der Schweiz fielen in der Nacht zu Montag etwa 100 Zentimeter Neuschnee.

Blockierte Straßen auch in der Schweiz

Die höchste Lawinenwarnstufe gilt regional auch in weiteren Bundesländern Österreichs und in Teilen der Schweiz. Über das Wochenende fiel in den Schweizer Alpen etwa ein Meter Neuschnee. Ein teils stürmischer Wind mit Geschwindigkeiten bis 100 Kilometern pro Stunde sorgte für Verwehungen. In der Folge wurden in den Bergregionen viele Straßen und Schienenwege blockiert. In der Region Surselva in Graubünden ist nach einem Lawinenabgang die für ihr Benediktiner-Kloster bekannte Gemeinde Disentis von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Lawinengefahr wurde vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in mehreren Gebieten auf die höchste Stufe angehoben. Bis zum Abend werden vom östlichen Berner Oberland bis in den Alpstein, im nördlichen Oberwallis und in der Silvretta weitere 60 bis 100 Zentimeter Schnee erwartet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Januar 2019 um 11:00 Uhr.

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