Ein Zug in der verschneiten Landschaft bei Hochfilzen im österreichischen Bundesland Tirol. | Bildquelle: dpa

Schnee in Bayern und Österreich Ferienrückkehrer stecken fest

Stand: 07.01.2019 02:52 Uhr

Heftige Schneefälle sorgen in den Alpen für Behinderungen. In Bayern und Österreich kam es zu erheblichen Einschränkungen im Verkehr. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Auf dem Rückweg aus den Weihnachtsferien sind viele Urlauber wegen der heftigen Schneefälle in Österreich stecken geblieben. Tausende Touristen waren zeitweise in den großen österreichischen Skigebieten Obertauern und Saalbach-Hinterglemm eingeschlossen.

Die dortigen Zufahrtsstraßen wurden gesperrt, weil das Risiko von Lawinenabgängen zu hoch war. Für eine Lawinensprengung wurde außerdem die für den Reiseverkehr wichtige Tauernautobahn gesperrt. In Saalbach-Hinterglemm waren zeitweise rund 12.000 Wintersportler eingeschlossen. Erst am Nachmittag wurde die Sperrung der Glemmtal Landesstraße wieder aufgehoben, etliche andere Straßen sind aber nach wie vor nicht befahrbar.

Schneechaos in Bayern und Österreich
tagesthemen 23:10 Uhr, 06.01.2019, Jannik Pentz, BR

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Mehrere Menschen ums Leben gekommen

Im österreichischen Vorarlberg kam ein Deutscher bei einem Lawinenabgang ums Leben. Der 26-Jährige stammte aus dem bayerischen Landkreis Dachau. Er war trotz hoher Lawinengefahr abseits der gesicherten Pisten unterwegs. Seine Begleiterin und die Bergrettung gruben ihn schnell aus den Schneemassen aus. Er konnte jedoch nicht mehr reanimiert werden.

Am Abend meldete die Vorarlberger Polizei einen weiteren Lawinentoten im nahe gelegenen Gebiet von Damüls. Der 32-Jährige stammte aus der Nähe von Heilbronn, wie die Polizei der dpa mitteilte. Er war am Nachmittag mit einer 25-jährigen Skifahrerin unterwegs, als er abseits gesicherter Pisten bis zum Hals verschüttet wurde. Bevor er gerettet werden konnte, gingen weitere Schneemassen über ihn nieder und begruben in vollständig. Rettungskräften gelang es nicht mehr, den Mann wiederzubeleben.

Am Blomberg im oberbayerischen Wackersberg wurde ein 44-jähriger Skitourengänger von herabfallenden Ästen eines Baums erschlagen. Sie waren aufgrund der Schneelast abgebrochen. Der Mann war sofort tot.

In Zell am See wurde hingegen ein deutscher Snowboarder nach einer Nacht im Freien unverletzt gerettet. Er habe in einer selbstgebauten Schneehöhle unter einem Baum übernachtet, berichtete der 23-Jährige aus Würzburg den Rettern. Zuvor habe er aufgrund schlechter Sichtverhältnisse unfreiwillig die Piste verfehlt und sei immer mehr in unwegsames Gelände gekommen.

Nachtzug steckt vier Stunden lang fest

In Nieder- und Oberösterreich sind außerdem Tausende Haushalte ohne Strom, nachdem Bäume und Äste unter der Schneelast auf Leitungen gefallen waren. In Tirol warnten die Behörden wegen der Gefahr von Baumstürzen davor, sich im Freien aufzuhalten.

Ein Nachtzug von Graz nach Zürich kollidierte in der Nähe von Kitzbühel mit einem umgestürzten Baum. Nach vier Stunden auf offener Strecke wurden die Waggons mit den 300 unverletzten Passagieren an Bord in einen Bahnhof geschleppt.

Die verschneite Untertalstraße ist wegen Lawinengefahrt gesperrt. Aufgrund von starken Schneefällen kam es zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen in Österreich. | Bildquelle: dpa
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Aufgrund der Schneefälle kam es zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen in Österreich.

Lawine tötet 20-Jährige

Die Schneefälle haben auch in Bayern zu tödlichen Unfällen, Staus und Beeinträchtigungen im Flug- und Bahnverkehr geführt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab wegen der Schneemassen Unwetterwarnungen heraus.

Bei einem Lawinenabgang in den Chiemgauer Alpen starb eine 20-jährige Frau. Nach Polizei-Angaben war sie am Samstag in einer Gruppe von insgesamt sechs Tourenskifahrern unterwegs, als sich bei der Abfahrt ins Tal eine Lawine löste.

Lage am Flughafen München entspannter

Am Flughafen München fielen am Samstag rund 130 Flüge aus, etwa 350 Flieger hatten eine Stunde oder mehr Verspätung. Am Sonntag normalisierte sich die Situation nahezu, bis zum Nachmittag wurden nach Angaben einer Flughafensprecherin 15 Flüge gestrichen. Etwa 25 Flüge waren rund eine Stunde verspätet. Räumdienste waren fast ununterbrochen damit beschäftigt, die Start- und Landebahnen von den Schneemassen zu befreien.

Auch Bahnreisende brauchten in Bayern viel Geduld: Der starke Schneefall behinderte besonders den Regionalverkehr. Etliche Verbindungen waren gesperrt. Beeinträchtigt waren auch vereinzelte Fernverkehrszüge von und nach Österreich. Ursache für die Einschränkungen waren nach Angaben eines Bahnsprechers vor allem Bäume, die ins Gleis oder auf Oberleitungen gestürzt waren.

In mehreren Landkreisen im Süden Bayerns fällt am Montag der Unterricht aus. Schüler an zahlreichen Schulen in den Landkreisen Miesbach und Traunstein und an drei Schulen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen dürfen zu Beginn der neuen Woche zu Hause bleiben, wie das Kultusministerium mitteilte. Im Landkreis Ostallgäu sowie im Stadtgebiet von Lindau fällt der Unterricht laut Ministerium an allen Schulen aus.

Lawinenstufe vier im deutschen Alpenraum

Im gesamten deutschen Alpenraum gilt inzwischen die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier. Das bedeutet, dass sich große Lawinen schon durch ihr Eigengewicht und damit ohne menschliche Einwirkung auslösen können. "Das Hauptproblem stellt die enorme Auflast des Neuschnees auf die instabile Altschneedecke dar", erklärte der Lawinenwarndienst Bayern. Skifahrer wurden gewarnt, Triebschneeansammlungen zu meiden, da sie dort "sehr leicht" Lawinen auslösen könnten.

Die Experten erwarteten für die nächsten Tage eine leichte Entspannung der Lawinenlage, wenn sich die Neuschneemengen setzen. An den Alpen nehme die Intensität der Schneefälle ab. Im Süden und in den östlichen Mittelgebirgen soll es aber teils bis in tiefe Lagen schneien, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Januar 2019 um 17:00 Uhr.

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