Logo der Drogeriemarktkette Schlecker

Ermittlungen gegen Ex-Drogeriemarkt-Besitzer Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Schlecker

Stand: 13.04.2016 17:39 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen den ehemaligen Besitzer der Drogeriemarktkette Schlecker erhoben. Medienberichten zufolge soll Anton Schlecker vor der Insolvenz 20 Millionen Euro beiseitegeschafft haben.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem früheren Drogeriemarktkette-Besitzer Anton Schlecker vorsätzlichen Bankrott vor. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft. Sie wollte aber noch keine weiteren Einzelheiten nennen.  

Das "Handelsblatt" berichtet, dass die Ermittler Schlecker 36 Straftaten zur Last legen. Ihm drohe eine hohe Haftstrafe. Auch seine Frau und die beiden Kinder werden dem Bericht zufolge beschuldigt.

Anton Schlecker (Archivbild vom 25.02.1999)
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Anton Schlecker (Archivbild vom 25.02.1999)

Berichte: Es geht um 20 Millionen

Die "Stuttgarter Nachrichten" schreiben, Schlecker solle vor der Insolvenz insgesamt 20 Millionen Euro beiseitegeschafft haben. Schlecker hatte sein Unternehmen in der Rechtsform "Eingetragener Kaufmann" geführt. Diese Rechtsform bedingt, dass der Kaufmann mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten seiner Firma haftet. Wenn er bei drohender Insolvenz Geld aus dem Firmen- oder Privatvermögen nimmt, entzieht er es aus dem Zugriff seiner Gläubiger. Das ist verboten.

Nach Recherchen von "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" habe Schlecker das Geld durch überteuerte Verträge mit Firmen seiner Kinder und durch Schenkung an die Familienmitglieder übertragen.

Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt Anklage gegen Schlecker
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.04.2016, Jenni Rieger, SWR

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Einst Europas größte Drogeriemarktkette

Schlecker war einst Europas größte Drogeriemarktkette. Im Januar 2012 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Etwa 25.000 Menschen Verloren ihre Arbeitsplätze. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Schließlich zahlte die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter 10,1 Millionen Euro. Ein österreichischer Investor versuchte, einen Teil der Filialen nach dem Muster des "Tante-Emma-Ladens" wiederzubeleben, scheiterte aber mit dem Plan.

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