Scheuer im Untersuchungsausschuss | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstoc

Vorstoß von Scheuer Lkw-Abwrackprämie nur mit Abbiegeassistent

Stand: 11.01.2021 13:31 Uhr

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, knüpft Verkehrsminister Scheuer die Lkw-Abwrackprämie an den Einbau von Abbiegeassistenten. Damit sollen insbesondere Fahrradfahrer und Passanten geschützt werden.

Die milliardenschwere Abwrackprämie für alte Lkw gibt es nur, wenn Spediteure einen Abbiegeassistenten in das neu angeschaffte Fahrzeug einbauen lassen. Das teilte das Ministerium von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bei der Veröffentlichung der Förderrichtlinie mit. Mit den technischen Systemen sollen Unfälle von Lastwagen etwa mit Radfahrern verhindert werden.

Scheuer erklärte, ab sofort unterstütze die Bundesregierung die Anschaffung von fabrikneuen Lastwagen, die die Anforderungen der aktuellen Abgasstufe Euro VI erfüllten, mit bis zu 15.000 Euro - wenn gleichzeitig ein alter Lkw der Abgasstufen Euro III, IV oder V verschrottet werde.

Mit der Abwrackprämie und dem damit verbundenen Kaufanreiz für Spediteure sollen die CO2-Emissionen der Nutzfahrzeugflotte nachhaltig gesenkt werden. Ziel der Maßnahme sei es auch, Arbeitsplätze dauerhaft zu erhalten und der Wirtschaft einen spürbaren Impuls zu verleihen, so Scheuer.

Eine Milliarde für Lkw-Abwrackprämie

"Überdies erhöhen wir mit der neuen Förderrichtlinie auch die Verkehrssicherheit, da eine Förderung ausdrücklich an die Installation eines Abbiegeassistenzsystems geknüpft wird", so Scheuer.

Die Bundesregierung hatte bei einem Spitzentreffen im November weitere milliardenschwere Hilfen angekündigt, um die deutsche Autoindustrie durch die Corona-Krise zu tragen und die Verbreitung klimaschonenderer Fahrzeuge zu beschleunigen.

Dazu gehörte, dass eine neue Lkw-Abwrackprämie alte Nutzfahrzeuge von der Straße holen und den Verkauf neuerer Modelle ankurbeln soll. Geplant sind dafür nach früheren Angaben Zuschüsse von insgesamt eine Milliarde Euro.

Ein Radfahrer steht mit seinem Fahrrad in der Versuchsabteilung von Mercedes Benz neben einem Lkw mit einem Abbiegeassistenten (gestellte Szene). | Bildquelle: dpa
galerie

Abbiegeassistenten erkennen, was dem Lkw-Fahrer im toten Winkel entgeht.

Abbiegeassistenten erkennen Passanten

Immer wieder kommt es auf deutschen Straßen zu sogenannten Abbiegeunfällen, da die meist erhöht sitzenden Lkw-Fahrer Radler oder Fußgänger im toten Winkel übersehen, die sich neben ihrem Fahrzeug befinden.

Die Abbiegeassistenten erkennen eine mögliche Gefahr und warnen den Fahrer durch ein akkustisches Signal oder bremsen den Lkw automatisch ab. Eine verpflichtende Einführung dieses Systems gibt es trotz der Forderung zahlreicher Verkehrsverbände wie dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) oder dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) bislang nicht.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 29. November 2020 um 09:00 Uhr.

Darstellung: