Verkehrsminister Scheuer | Bildquelle: dpa

Radverkehrskongress in Dresden Scheuer entdeckt das Rad

Stand: 13.05.2019 18:03 Uhr

Verkehrsminister Scheuer fiel in den vergangenen Wochen immer wieder durch polarisierende Äußerungen zum Autoverkehr auf. Auf dem Radverkehrskongress in Dresden schlug der Minister andere Töne an.

Die Verkehrswende - also der Umstieg auf ein klimafreundliches, nachhaltiges und vernetztes System - ist ohne Zweifel ein Mega-Projekt. Und eines, das dem zuständigen Minister Andreas Scheuer in all seinen Ausprägungen immer wieder Ärger macht. Sei es die Bahn, die massive Probleme hat. Sei es die erhitzte Debatte um Elektro-Tretroller. Seien es die Diesel-Fahrverbote. Und natürlich die Debatte ums Tempolimit auf der Autobahn, in der CSU-Minister seinen Kritikern beschied, ein Tempolimit auf Autobahnen sei ohne Zweifel "gegen jeden gesunden Menschenverstand".

Solche Äußerungen klingen eher nicht nach sanfter Verkehrswende. Und doch hat der Minister jetzt das Fahrrad für sich entdeckt. Fahrradfahren soll nach seinem Willen deutlich attraktiver und sicherer werden - auch wenn Autofahrer dafür Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.

Verkehrsminister Andreas Scheuer. | Bildquelle: dpa
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Ist mit dem Radl da: Verkehrsminister Scheuer auf dem Weg zum Radverkehrskongress in Dresden

Radfahrer besser schützen, Radwege fördern

Auf dem Radverkehrskongress in Dresden umriss Scheuer die Pläne seines Hauses für einen Radverkehrsplan, der 2021 in Kraft treten soll: Radfahrer sollen besser geschützt werden - zum Beispiel durch Schutzstreifen und deutlich höhere Strafen für Autofahrer, die in zweiter Reihe parken. Es könne schließlich nicht angehen, dass Radfahren in Deutschland Heldenmut erfordere, so der Minister. Dabei sollte Radfahren doch "pures Vergnügen und Normalität" sein. Dann klappe es auch mit der Verkehrswende, die Menschen würden von selber umsteigen.

Scheuer will außerdem den Bau von Radwegen fördern und das Netz schrittweise lückenlos ausbauen. Das liege auch in der Verantwortung des Bundes - etwa wenn es um Radwege an Bundesstraßen oder Bundeswasserwegen geht. Bei der Sanierung von Straßen solle künftig immer geprüft werden, ob gleich ein Radweg mit entsteht. Und es müsse begründet werden, wenn im Einzelfall kein Radweg gebaut wird.

Auto auf Radweg | Bildquelle: dpa
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Autofahrer, die Radwege blockieren, sollen nach dem Willen von Verkehrsminister Scheuer künftig höhere Bußgelder zahlen müssen

"Wir können Radverkehr"

Der Minister will aber nicht nur mehr Radwege - sondern auch bessere. So müsse dafür gesorgt werden, dass neue Radwege auch ausreichend ausgebaut seien für neue Verkehrsmittel - etwa die Elektro-Tretroller, die noch in diesem Jahr bundesweit zugelassen werden sollen. Kurz: Man wolle zeigen, dass "wir Radverkehr in Deutschland können", so Scheuer.

Ob das gelingt? Scheuer setzt dafür auch auf die Schwarmintelligenz: Bis Ende Juni kann jeder auf den Internet-Seiten des Verkehrsministeriums Vorschläge machen. Diese Rückmeldungen sollen dann in die Entwicklung des neuen Nationalen Radverkehrsplans 2021 fließen. Der wiederum ist die Grundlage für die Förderung des Radverkehrs durch den Bund.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 13. Mai 2019 um 13:46 Uhr.

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