Elektroschrott in einem Container | dpa

Rücknahmequote für Altgeräte Sammelziel bei Elektroschrott verfehlt

Stand: 25.10.2021 15:44 Uhr

Mindestens 65 Prozent der Elektroaltgeräte sollen Kommunen und Händler eigentlich einsammeln. Doch davon ist Deutschland noch weit entfernt. Nach wie vor werden viele Geräte falsch entsorgt.

Deutschland verfehlt laut Umweltbundesamt (UBA) die europäische Sammelquote von 65 Prozent der Elektroaltgeräte deutlich. Die 2019 von den Kommunen, Händlern und Herstellern gesammelten 947.067 Tonnen gebrauchter Mixer, Toaster und anderer Geräte bedeuteten lediglich eine Rücklaufquote von 44,3 Prozent, sagte ein UBA-Sprecher in Dessau-Roßlau.

Das seit 2019 in allen EU-Ländern geltende Mindestsammelziel von 65 Prozent sei damit um rund 443.000 Tonnen verfehlt worden.

Neue Regelungen ab Juli 2022

Um die Sammelquote zu erhöhen, sieht das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) ab 2022 neue Pflichten zur Rücknahme von Elektroaltgeräten sowie zu einer besseren Information der Verbraucherinnen und Verbraucher vor, wie UBA-Präsident Dirk Messner erklärte.

So müssen nach seinen Angaben ab dem 1. Juli nächsten Jahres auch Lebensmitteldiscounter Elektroaltgeräte zurücknehmen: "So kann die Entsorgung der Altgeräte verbrauchernah und gleich mit dem Wocheneinkauf erledigt werden“, so Messner.

Allerdings rechne er mit einer weiteren Zeit, bis sich die gesetzlichen Änderungen auch in den Zahlen niederschlügen. Immer noch würden zu viele Altgeräte abseits der korrekten Pfade entsorgt. So landeten kleine Altgeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Wecker noch häufig im Restmüll oder würden bei den Verpackungsabfällen entsorgt.

Große Altgeräte wie Waschmaschinen und gewerblich genutzte Elektrogeräte werden demnach oft von nicht zertifizierten Schrottplätzen und Schrottsammlern gesammelt.

Ein Anstieg von 60 Prozent

Handel, Hersteller und die Kommunen müssten sich stärker einbringen und ihre Sammel- und Rücknahmemöglichkeiten weiter ausbauen, etwa durch besser erreichbare Wertstoffhöfe oder flexiblere Annahmezeiten. Das sei auch vor dem Hintergrund einer weiter wachsenden Menge an Altgeräten nötig, warnte Messner weiter. 2,9 Millionen Tonnen neuer Geräte 2019 bedeuteten ein Anstieg um gut 60 Prozent gegenüber 2013.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 14. Oktober 2021 um 18:36 Uhr.