Treffen der G20-Gesundheitsminister | AP

Gesundheitsminister in Rom G20 wollen Impfoffensive

Stand: 05.09.2021 19:17 Uhr

Die Corona-Pandemie wird wohl nicht die letzte gewesen sein, der die Welt begegnen muss. In Rom beraten die G20-Gesundheitsminister darüber, was künftig besser gemacht werden kann. Am Ende soll der "Pakt von Rom" stehen.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom

"Ein sehr positiver Tag" sei es gewesen, sagt Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza gleich zu Beginn der G20-Beratungen, als er vor die Presse tritt. Von konkreten Ergebnissen kann er nach diesem ersten Tag des Treffens der G20-Gesundheitsminister zwar noch nicht berichten. Aber Speranza gibt sich sehr zuversichtlich, dass es am Ende gelingen wird, einen "Pakt von Rom" zu schließen.

Lisa Weiß

Und der solle einige essenzielle Punkte beinhalten, sagt Speranza und zählt auf: "Mehr in unsere Gesundheitssysteme zu investieren. Zu versuchen, einen sehr bedeutenden Kurswechsel anzukündigen. Das meint die Idee, dass eine Person behandelt wird, wenn es ihr schlecht geht - egal, wie ihre wirtschaftliche Situation ist, egal, wo sie geboren ist und egal, welche Hautfarbe sie hat."

Impfen, impfen, impfen!

Bezogen auf die Corona-Pandemie würde ein solcher Pakt aus Sicht Speranzas vor allem eines bedeuten: Impfen, impfen, impfen. Und zwar überall auf der Welt: "Die Aufgabe in diesem Pakt von Rom, an dem wir arbeiten, ist es, Verhältnisse zu schaffen, in denen Impfungen ein Recht aller sind - nicht ein Privileg weniger."

Wenigstens mit Deutschland dürfte Speranza, dürfte Italien, das Gastgeberland des Treffens, bei diesem Aspekt wenige Probleme haben. Denn auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon zuvor, am Rande des Treffens betont: Man wolle die Welt impfen, auch aus eigenem, nationalem Interesse: "Diese Pandemie ist erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei ist. Denn sonst können Varianten entstehen, Mutationen in Ländern, die dann auch Deutschland wieder erreichen, Europa erreichen und zu Problemen führen", so Spahn.

Ziel müsse sein, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung geimpft zu haben, so Spahn weiter. Und er kündigt an: "Deutschland wird dafür bis Jahresende 100 Millionen Dosen zur Verfügung stellen. Das ist so viel, wie wir selbst in unserem Land bisher auch verimpft haben."

Spahn setzt auf die WHO

Aber es geht bei diesem Treffen der Gesundheitsminister nicht nur um Covid-19. Ein Schwerpunkt ist: Wie kann man in Zukunft mit Pandemien besser umgehen - oder sie gleich ganz vermeiden? Deutschland setzt in dieser Hinsicht stark auf die Weltgesundheitsorganisation.

Spahn fordert in diesem Zusammenhang mehr Verbindlichkeit der Staaten. Das bedeute zum einen: ausreichend Geld für die WHO: "Aber es geht auch darum, dass die Länder im Fall eines Ausbruchs kooperieren, dass sie transparent sind, dass sie der WHO Zugang gewähren. Und Länder, die nicht kooperieren, müssen dann auch mit Sanktionen rechnen. Zum Beispiel Reiserestriktionen für die Bürgerinnen und Bürger", sagt Spahn.

Über diesen Punkt könnte es durchaus noch intensive Diskussionen geben, bei diesem Treffen: Denn zu den G20 gehört auch China, also der Staat, in dem die ersten Covid-19-Fälle bekannt geworden waren. Die Volksrepublik hat sich bisher wenig kooperativ gezeigt, bei der Suche der WHO nach dem Ursprung der Corona-Pandemie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2021 um 18:26 Uhr in der Sendung "Informationen am Abend".