Norbert Röttgen | dpa

Kandidatur um Parteivorsitz Röttgen will CDU-Chef werden

Stand: 12.11.2021 09:45 Uhr

Das Rennen ist eröffnet: Der Außenpolitiker Röttgen hat offiziell seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erklärt. Bereits gestern hatte Kanzleramtsminister Braun seine Bewerbung angekündigt.

Der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen bewirbt sich erneut für den Parteivorsitz. Er kandidiere "in der tiefen Überzeugung, dass es kein Weiter-so gibt" und dass er eine "inhaltliche Erneuerung" der CDU bewirken könne, sagte der frühere Umweltminister. Seine wichtigste Aufgabe sehe er darin, den Status der CDU als Volkspartei zu bewahren. "Die Mitte, das ist der Standort für die CDU", sagte Röttgen. "Dieser Standort muss sich in der Person des Vorsitzenden ausdrücken." Die CDU müsse vor allem "Stimmen in der Mitte zurückholen". Das schlechte Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl sei eine Zäsur gewesen.

Der Außen-Experte will mehr um Stimmen der jungen Generation kämpfen. "Wir geben sie nicht auf", sagte er. Die CDU müsse sich außerdem mehr um den Osten kümmern. Dort sei die gesellschaftliche Konfrontation völlig anders als in den alten Bundesländern. Röttgen forderte deshalb auch, eine Person aus dem Osten müsse Bundesvize der CDU werden.

Hoppermann soll bei Wahlsieg Generalsekretärin werden

Er kündigte auch eine konkrete Personalentscheidung an: Im Falle eines Wahlsieges wolle er die Hamburger Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann als Generalsekretärin vorschlagen. "Sie ist eine Persönlichkeit, die intellektuell, organisatorisch und kommunikativ in der Lage ist, dieses herausragende Amt wahrzunehmen", sagte Röttgen.

Er machte zugleich deutlich, dass er im Falle einer Wahl nicht Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit Oppositionsführer werden will. "Ich werde mit Ralph Brinkhaus eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten", sagte er mit Blick auf den amtierenden Fraktionschef. Im Januar war Röttgen mit seiner ersten Kandidatur für den Parteivorsitz gescheitert: Auf dem Bundesparteitag unterlag er in der ersten Abstimmungsrunde Armin Laschet und Friedrich Merz.

Braun kandidiert, Merz vielleicht auch

Röttgen ist bislang der zweite offizielle Kandidat: Gestern hatte Kanzleramtsminister Helge Braun seine Bewerbung für den Parteivorsitz angekündigt. Er will heute der Landespartei in Hessen bei einer Landesvorstandssitzung die Gründe für seine Bewerbung vorstellen. Offiziell nominiert werde er durch seinen Heimatkreisverband in Gießen.

Als weiterer möglicher Bewerber gilt der Abgeordnete Friedrich Merz - für ihn wäre es bereits die dritte Kandidatur. Die Bewerbungsfrist für die Kandidaten läuft am kommenden Mittwoch ab.

Erstmals Mitgliederbefragung

Nach dem schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl will sich die CDU personell neu aufstellen. Seit vergangenem Samstag können Bewerber für den Parteivorsitz nominiert werden. Alle Kandidaten müssen von einer Parteigliederung wie einem Kreis-, Bezirks- oder Landesverband nominiert werden.

Daran schließt sich bis zum 2. Dezember eine Vorstellungsphase an, in der die Kandidaten sich und ihr Programm präsentieren können. Bis zum 16. Dezember soll dann die erste Runde der Mitgliederbefragung erfolgen - online und per Briefwahl. Das Ergebnis einer vermutlich notwendig werdenden Stichwahl soll bis zum 14. Januar vorliegen. Die neue Parteispitze soll am 21. Januar auf einem Parteitag in Hannover gewählt werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. November 2021 um 09:00 Uhr.