Norbert Röttgen (CDU) | dpa

Nachfolge von Kramp-Karrenbauer Röttgen kandidiert für CDU-Vorsitz

Stand: 18.02.2020 10:29 Uhr

Norbert Röttgen wagt sich aus der Deckung: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses kündigte an, als CDU-Vorsitzender kandidieren zu wollen. Wie stehen seine Chancen gegen Merz und Co.?

Der nordrhein-westfälische CDU-Politiker Norbert Röttgen hat seine Kandidatur für die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze angekündigt. Das bestätigte sein Büro. Mit dem früheren Bundesumweltminister meldet der erste prominente Christdemokrat offiziell sein Interesse an dem Vorsitz an.

Die "Rheinische Post" zitiert aus einem Brief, den Röttgen an Kramp-Karrenbauer geschrieben hat, um seine Kandidatur anzukündigen. Darin schreibt er: "Die Lage ist so ernst, dass es um die Zukunft der CDU geht und darum, was sie für die Stabilität Deutschlands bedeutet."

Röttgen hat es eilig

Nach der Rückzugsankündigung von Kramp-Karrenbauer hatte Röttgen für eine schnelle Nachfolgeregelung geworben. "Ich denke, dass man vor der Sommerpause einen Parteitag braucht, der die Frage des Parteivorsitzes und die Personalfragen entscheidet", hatte er in einem Interview gesagt. Man könne sich jetzt nicht "ein Jahr lang mit Personalfragen beschäftigen".

Röttgen war von 2009 bis 2012 Bundesumweltminister und setzte sich 2010 in einer Mitgliederbefragung um den NRW-Landesvorsitz gegen Armin Laschet durch. Die Landtagswahl 2012 verlor er, woraufhin Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn aus dem Kabinett entließ. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages konnte er sich danach international neu profilieren.

Gespräche mit Merz, Laschet und Spahn

Die scheidende Parteichefin Kramp-Karrenbauer trifft sich heute mit dem früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz, um das weitere Vorgehen bei der Kandidatensuche für CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur zu erörtern. Aus seinem Umfeld verlautete bereits, dass Merz zu einer Kandidatur entschlossen sei.

Als weitere Favoriten für diese Posten gelten CDU-Vize und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Sie will Kramp-Karrenbauer am Mittwoch zu getrennten Gesprächen treffen. Röttgen stammt wie die anderen voraussichtlichen Bewerber aus Nordrhein-Westfalen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Februar 2020 um 09:45 Uhr.