Schleswig-Holstein, Lübeck: Mit Blumen dekorierte Tische stehen vor einem Cafe in der Innenstadt.  | dpa

RKI-Zahlen Rund 23.800 Corona-Neuinfektionen

Stand: 17.04.2021 11:46 Uhr

In Deutschland sind binnen eines Tages rund 23.800 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 160,7. Studien des RKI zeigen einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und dem Risiko, an Covid-19 zu erkranken.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt bei bundesweit bei 160,7. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben, vor vier Wochen hatte sie noch bei 99,9 gelegen. Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.097 Neuinfektionen und 246 neue Todesfälle verzeichnet.

Vor allem jüngere Altersgruppen betroffen

"Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort", schrieb das RKI in seinem Lagebericht. Besonders in den jüngeren Altersgruppen seien die Zahlen gestiegen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 1,24. Am Donnerstag hatte er bei 1,18 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 124 weitere Menschen anstecken. "Der Sieben-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine Zunahme der Fallzahlen", hieß es im Lagebericht. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Virus am stärksten in ärmeren Regionen

Laut Studien des RKI gibt es einen Zusammenhang zwischen dem sozialen Status und dem Risiko, an Covid-19 zu erkranken und auch daran zu sterben. Während der zweiten Corona-Welle sei die Zahl der Todesfälle in sozial benachteiligten Regionen des Landes am stärksten gestiegen, so das RKI. Das Sterberisiko durch Corona sei dort um 50 bis 70 Prozent höher gewesen als in wohlhabenderen Regionen. Zuerst hatte das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" über die Studien berichtet.

Nach Angaben einer weiteren RKI-Studie mit Daten aus der zweiten Corona-Welle, ist auch das Infektionsrisiko ungleich verteilt. In sozial benachteiligten Regionen ist demnach das Virus am stärksten verbreitet. Anfang Januar lag dort der Inzidenzwert unter den 60- bis 79-Jährigen bei rund 190. Bei sozial und finanziell besser gestellten Senioren im gleichen Alter lag dagegen die Inzidenz bei etwas mehr als 100.

Auch bei den über 79-Jährigen wird der Inzidenzwert in sozial benachteiligten Regionen mit mehr als 450 beziffert, fast doppelt so hoch wie bei wohlhabenderen Senioren (rund 250).

"Reisende brachten das Virus, Arme baden es aus"

Der Sozialverband Vdk und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband fordern, ärmere Menschen besser vor dem Virus zu schützen. Sozialhilfeempfänger sollten etwa für die Dauer der Pandemie 100 Euro monatlich extra für Hygieneartikel bekommen, um sich unter anderem FFP-2-Masken und Desinfektionsmittel leisten zu können. "Die, die reisen konnten, brachten das Virus, und die Armen baden es zunehmend aus", so Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverband.

VdK-Präsidentin Verena Bentele forderte die Politik auf, Unternehmen zu verpflichten, ihrer Belegschaft Corona-Tests zu ermöglichen, wenn diese viel Kontakt haben und wenig Abstand halten könne. Oft seien das Berufe mit niedrigen Löhnen, etwa an Supermarktkassen, in der Pflege, in Großküchen, Fabriken und Lebensmittelverarbeitung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. April 2021 um 12:00 Uhr.