Eine Passantin hält eine FFP-2 Maske in der Hand.  | dpa

Coronavirus-Pandemie Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 507,1

Stand: 11.05.2022 05:41 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Coronavirus-Pandemie ist in Deutschland auf 507,1 gesunken. Gesundheitsminister Lauterbach hat sich erneut enttäuscht über das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht geäußert.

Das Robert Koch-Institut hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 507,1 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 522,7 gelegen (Vorwoche: 591,8 Vormonat: 1080,0).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 97.010 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 106 631 registrierte Ansteckungen) und 231 Todesfälle (Vorwoche: 241) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25.503.878 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Lauterbach: Scheitern der allgemeinen Impfpflicht enttäuschend

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat derweil das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht als "enttäuschende Erfahrung" bezeichnet. "Wir hätten es uns allen leichter gemacht für den Herbst, wenn wir das erreicht hätten", sagte der SPD-Politiker am Abend bei Maischberger. Zudem sei bei der Abstimmung im Bundestag Parteitaktik im Spiel gewesen. "Es ist insgesamt eine enttäuschende Erfahrung gewesen."

Lauterbach wies darauf hin, dass er als Bundesgesundheitsminister alleine keinen Antrag aus der Regierung in den Bundestag hätte einbringen können. "Das kann ich in einer Koalition nicht machen, wo ich mich mit anderen Partnern einigen muss." Bei Corona habe es oft unterschiedliche Positionen gegeben - "die FDP auf der einen Seite und ich auf der anderen Seite", sagte er. Es sei ihm zwar in vielen Punkten gelungen, sich durchzusetzen, ein Regierungsantrag zur allgemeinen Impfpflicht sei aber ohne die FDP nicht möglich gewesen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Mai 2022 um 06:45 Uhr.