Ein Banner weist auf eine Corona-Teststation in München hin | dpa

Zahlen des RKI 12.626 Neuinfektionen und 21 Todesfälle

Stand: 26.08.2021 09:52 Uhr

Das RKI meldet 12.626 Corona-Neuinfektionen und 21 Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. Die Inzidenz stieg auf 66. Intensivmediziner warnen davor, sich künftig ausschließlich an der Belegung der Krankenhäuser zu orientieren.

Das Robert Koch-Institut verzeichnet 12.626 Corona-Neuinfektionen und 21 Corona-Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. Vor einer Woche waren 8400 neue Fälle und 22 Tote gemeldet worden. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.901.799, die der Todesfälle auf insgesamt 92.082. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt bundesweit weiter an und liegt nun bei 66,0 gegenüber 61,3 am Vortag. Am vergangenen Donnerstag hatte der Wert noch 44,2 betragen. Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen. 

Intensivmediziner für Dreiklang

Der bisherige Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz, der noch im Infektionsschutzgesetz als Schwelle für schärfere Maßnahmen genannt ist, soll nach Plänen der Bundesregierung gestrichen werden. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen entscheidend sein. Dies haben Experten erneut kritisiert. "Wir befinden uns wieder im exponentiellen Wachstum der Infektionen und auch der schweren Erkrankungen. Immer mehr junge Menschen landen im Krankenhaus, weil sie sich nicht impfen lassen haben oder es bislang nicht ernst genug genommen haben", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post".

"Das Signal, das vom Streichen des Inzidenzwerts 50 ausgeht, ist kritisch. Natürlich hat sich die Bedeutung verändert, wir sollten den Inzidenzwert aber keinesfalls aufgeben. Ein Dreiklang aus Inzidenzen, Krankenhausfällen und Intensivbettenbelegung ist wichtig."

"Es gibt nicht die Glücksformel"

"So wie wir seit Wochen sagen, dass die Inzidenz nicht alleiniger Indikator sein kann, so gilt das jetzt auch für die Hospitalisierung", sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Notwendig sei, verschiedene Indikatoren nebeneinander qualitativ zu betrachten, um sich ein wirkliches Bild von der Infektions- und Gefahrenlage im Gesundheitswesen zu machen. So müssten neben der Inzidenz und der Hospitalisierung zum Beispiel auch die Impfquote und die Dynamik der jeweiligen Parameter berücksichtigt werden. "Es gibt nicht die Glücksformel, bei der die eine Zahl herauskommt, die die Pandemie umfassend erklärt."

Christine Lambrecht | via REUTERS

Justizministerin Christine Lambrecht: "Wir sind bei Corona noch lange nicht über den Berg." Bild: via REUTERS

Justizministerin ruft zum Impfen auf

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat derweil alle Bürger eindringlich zu Corona-Impfungen aufgerufen. "Wir sind bei Corona noch lange nicht über den Berg, das zeigen die stark ansteigenden Infektionen, die ganz überwiegend Ungeimpfte treffen", sagte Lambrecht dem "Handelsblatt". "Deswegen ist jede Bürgerin, jeder Bürger dringend aufgefordert, sich jetzt impfen zu lassen." Nur so könne man sich vor dem Risiko einer schweren Erkrankung schützen. 

"Alle Argumente und Fakten sprechen für die Impfung", sagte Lambrecht. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit etwa für Restaurants hin, nur für Geimpfte und Genesene zu öffnen. Die Vertragsfreiheit ermögliche es privaten Anbietern, "hier weiterzugehen und Angebote nur für bestimmte Personengruppen wie Geimpfte und Genesene zu machen". 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. August 2021 um 09:00 Uhr.