Eine Fachärztin bereitet in der Corona-Notaufnahme des Städtischen Klinikum Dresden ein Patientenzimmer vor | dpa

Coronavirus in Deutschland RKI meldet 21.695 Neuinfektionen

Stand: 28.11.2020 10:18 Uhr

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt nur langsam, ein Impfstoff ist nach Aussagen von Gesundheitsminister Spahn aber in Sichtweite. Beim Aufbau der Impf-Infrastruktur fordert der Städtetag mehr Unterstützung von Bund und Ländern.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 22.964 gelegen. Der Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 379 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 15.965. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.028.089 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28. 11., 00.00 Uhr).

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,93 (Vortag: 0,90). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Spahn: Erster Impfstoff voraussichtlich im Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht nach jetzigem Stand davon aus, dass der erste Anti-Corona-Impfstoff Mitte Dezember zugelassen wird. "Das macht mich schon auch stolz, dass mit Biontech eine deutsche Entwicklung ganz vorne ist und vor allem nicht nur vorne, sondern auch sicher und wirksam", sagte Spahn dem BR. Entscheidend sei, dass das auch in Studien mit Zigtausenden Probanden bewiesen sei.

Dennoch hat Deutschland sich nach Angaben von Spahn Impfdosen von unterschiedlichen Herstellern gesichert, insgesamt gut 300 Millionen. Man wolle auf Nummer sicher gehen und nicht nur auf einen Impfstoffkandidaten setzen.

Städtetag fordert Unterstützung für Kommunen bei Impfungen

Angesichts der zu erwartenden Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffes forderte der Deutsche Städtetag die Länder auf, rasch genügend medizinisches Personal für die Impfungen bereitzustellen und sich an den Kosten für den Aufbau von Impfzentren zu beteiligen. "Wenn der Impfstoff da ist, dürfen die Impfungen nicht an fehlendem Personal scheitern", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung der Nachrichtenagentur dpa. "Bund, Länder und Kommunen wollen gemeinsam, dass die Impfungen ein Erfolg werden", betonte Jung. Die Städte unterstützten den Aufbau und Betrieb der Impfzentren. Sie seien in der Lage, zügig die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen zu treffen, zum Beispiel Gebäude anmieten und ausstatten. Die Kosten, die den Kommunen entstünden, müssten Bund, Länder und Krankenkassen ausgleichen, forderte Jung.

Die Impfungen selbst seien Aufgabe der kassenärztlichen Vereinigungen und ihrer niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, so der Leipziger Oberbürgermeister. "Das medizinische Personal der Gesundheitsämter bleibt durch die Pandemie auf absehbare Zeit voll ausgelastet und kann nicht zusätzlich auch noch die Impfungen übernehmen. Wir fordern die Länder auf, sich gemeinsam mit den kassenärztlichen Vereinigungen jetzt schnell um genügend medizinisch-pflegerisches Personal für die Impfzentren und die mobilen Impfteams zu kümmern."

Gesundheitsminister Spahn hat die Länder nach eigenen Angaben gebeten, dass die Impfzentren Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Jung warnte vor zu hohen Erwartungen. "Wir sind etwas unglücklich über die Bezeichnung Impfzentrum, weil die Menschen so vielleicht den Eindruck bekommen, dass ab Januar in jeder kreisfreien Stadt und in jedem Kreis eine Einrichtung in Betrieb ist, wo man sich impfen lassen kann", sagte Städtetagspräsident Jung. Tatsächlich gehen man aber davon aus, dass bis weit ins Frühjahr hinein vor allem mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser fahren. Dort würden dann vorrangig chronisch kranke, hochbetagte Menschen und das dortige Personal geimpft, so Jung. Es dürfte keine unrealistische Erwartungen geweckt werden. "Massenimpfungen für die breite Bevölkerung werden nach den Plänen von Bund und Ländern frühestens ab dem Sommer möglich sein."

Spahn: Vorrang für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Gesundheitsminister Spahn machte deutlich, dass er vor allem von Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen erwartet, sich so bald wie möglich impfen zu lassen. Jeder könne für sich entscheiden, ob er dieses Angebot annehme, sagte Spahn im BR. Aber: "Im Ziel habe ich schon die Erwartung und die Bitte, dass die allermeisten, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich auch impfen lassen." Es gehe nicht nur darum, sich zu schützen, sondern auch die, die man pflege.

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) betonte noch einmal die Freiwilligkeit einer künftigen Corona-Impfung. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte der CDU-Politiker, man brauche die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen. "Aber eine Impfpflicht wird es nicht geben. Das will niemand, der Verantwortung trägt."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. November 2020 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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phme 28.11.2020 • 14:28 Uhr

@14:16 von 0_Panik

>>Alle Zusammen u. mal überlegen, ob es gg. besser wäre solche o.g. "Schwierigkeiten" mal in der - LAUFENDEN PANDEMIE - einfach mal sein zu lassen. Das ist dann Praxisanwendung.<< Genau das organisiert Frau Merkel seit Monaten - und stößt an die Grenzen derer, die sich da halt in einigen Punkten nicht einigen können. Das ist Ihnen in Ihrem heiligen Zorn offenbar entgangen. Im Übrigenb weigern Sie sich, meine Frage von 13:08 zu beantworten, was ja auch eine Aussage ist ... :)