Ein Helfer eines Testzentrums hält einen Corona-Schnelltest und eine Pipette in den Händen | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz steigt weiter, Delta dominiert

Stand: 15.07.2021 07:37 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach RKI-Angaben erneut gestiegen und liegt nun bei 8,0. 1642 neue Corona-Fälle wurden binnen eines Tages verzeichnet. 74 Prozent aller Infektionen gehen inzwischen auf die Delta-Variante zurück.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt der Wert nun bei 8,0 nach 7,1 am Vortag. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1642 Corona-Neuinfektionen, wie die Daten des RKI-Dashboards zeigen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 970 Ansteckungen gelegen.

31 weitere Todesfälle

Deutschlandweit wurde den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 32 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Vor einer Woche waren es 31 Tote gewesen. Damit stiegt die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, auf 91.319.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.740.325 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.637.400 an.

Delta-Anteil steigt auf 74 Prozent

Die Delta-Variante des Coronavirus dominiert auch in Deutschland immer stärker. Sie erreiche mittlerweile einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben, hieß es in einem RKI-Bericht mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli. In den Wochen zuvor hatte sich der Delta-Anteil erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht.

Dieser bisherige Trend lässt vermuten, dass in dieser Woche bereits ein noch größerer Teil der Fälle durch Delta verursacht wird. Infektionen mit der zuvor vorherrschenden Alpha-Variante nahmen laut Bericht in den vergangenen Wochen sehr schnell ab, auf nun noch rund 22 Prozent. Weitere als besorgniserregend eingestufte Varianten spielen unverändert eine untergeordnete Rolle in Deutschland.

Jeder zehnte Delta-Fall nach Auslandsreise

Auch Delta-Ansteckungen im Zusammenhang mit Reisen in beliebte Urlaubsziele wurden nach RKI-Angaben gemeldet. Bei jedem zehnten aus den Bundesländern gemeldeten Delta-Fall lagen demnach Angaben über einen möglichen Zusammenhang mit Auslandsreisen vor, ein im Vergleich zur Vorwoche konstanter Anteil, wie das RKI berichtet. Unter den drei meistgenannten Ländern sind neben Russland (83 Fälle) auch die beliebten Reiseziele Spanien (157) und Portugal (32).

Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen des Virus. In mehreren anderen Ländern hat sie die Infektionszahlen massiv steigen lassen. Laborexperimente deuten laut RKI darauf hin, dass vollständig Geimpfte auch bei Delta einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen haben.

Dem trägt das RKI auch in seiner Risikobewertung Rechnung: Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung für die Gesundheit als moderat eingeschätzt - für nicht oder unvollständig Geimpfte sei sie hoch.

Die Corona-Varianten und ihre Namen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt ab sofort auf neutrale Bezeichnungen für die Varianten des Coronavirus. Sie sollen nicht mehr nach den Ländern benannt werden, in denen sie zuerst entdeckt wurden. Damit will die WHO Diskriminierung und Stigmatisierung verhindern.

Alpha heißt die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7.

Beta lautet der Name für die in Südafrika entdeckte Variante B.1.351.

Gamma steht für die in Brasilien nachgewiesene Variante P.1.

Delta bezeichnet die zunächst in Indien gefundene Variante B.1.617.2.

Delta bis zu 100 Prozent ansteckender

Im sogenannten Virusvariantenbericht wird für die Delta-Variante des Virus eine wesentlich höhere Reproduktionszahl geschätzt als für Alpha. Seit der Woche vom 7. bis 13. Juni liege dieser R-Wert für Delta 20 bis 100 Prozent höher als für die Vorgängervariante, hieß es. Die Schätzung ist laut RKI wegen der geringen Fallzahlen bislang aber mit Unsicherheit behaftet.

Nach RKI-Daten liegt der R-Wert bundesweit aktuell bei 1,18 und befindet sich damit seit mehr als einer Woche über dem Wert von eins. Dies bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert anhaltend über eins, steigen die Fallzahlen; liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Über dieses Thema berichteten am 15. Juli 2021 BR24 um 09:00 Uhr in den Nachrichten sowie die tagesschau um 09:00 Uhr.

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Moderation 15.07.2021 • 11:39 Uhr

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