Eine Frau fährt mit ihrem Fahrrad auf der Theresienwiese an einem Plakat mit der Aufschrift "Corona Teststation" entlang. | dpa

Corona-Lage Die Kurve zeigt nach unten

Stand: 15.12.2021 07:50 Uhr

Weniger Neuinfektionen und eine sinkende Inzidenz: In Deutschland entspannt sich die Corona-Lage langsam. Mit Blick auf die Omikron-Variante warnen Wissenschaftler jedoch vor zu großem Optimismus.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit 353 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte die bundesweite Inzidenz bei 375 gelegen, vor einer Woche bei 427 (Vormonat: 319,5).

Auch die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 51.301 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 69.601 Ansteckungen.

453 neue Todesfälle

Wie am Vortag wurden dem RKI erneut viele Todesfälle gemeldet. Deutschlandweit waren es binnen 24 Stunden 453 Verstorbene. Insgesamt zählt das RKI in Deutschland 106.680 Menschen, die unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Dienstag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,21.

Warnung von Virologin Ciesek

Wissenschaftler warnen, dass der zuletzt erfreuliche Trend der sinkenden Fallzahlen wegen der Omikron-Variante bald enden könnte. Darauf weist auch die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt unter Verweis auf die WHO hin.

"Das kann sich schnell ändern"

Die neue Corona-Variante Omikron habe zwar bislang noch nicht nennenswert in Deutschland Fuß gefasst, sagt der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Er geht aber mit Blick auf andere Ländern davon aus, dass sich das bald ändert. "Ich befürchte, dass Omikron in spätestens zwei bis drei Wochen wieder zu einem Anstieg bei den Infektionszahlen führt, vermutlich auch bei den Klinikeinweisungen."

Sein Kollege Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen sieht das ähnlich: "Es bleibt abzuwarten, wie sich Omikron auswirkt." Noch seien die absoluten bekannten Fallzahlen sehr klein. "Das kann sich aber schnell ändern."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Dezember 2021 um 08:21 Uhr.