Krankenwagen im niederbayrischen Freyung | dpa

RKI-Zahlen Sechzehnter Höchstwert in Folge

Stand: 23.11.2021 08:24 Uhr

Am 8. November überstieg der Inzidenzwert erstmals den Höchstwert aus der zweiten Welle, seitdem gibt es jeden Tag einen traurigen Rekord - auch heute. In Sachsen nähert sich der Wert schnell der 1000er-Marke.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zum 16. Mal in Folge einen Rekordwert bei der Corona-Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Der Wert stieg auf 399,8 von 386,5 am Montag. Der Wert gibt an, in wie vielen Fällen je 100.000 Einwohner Menschen in den vergangenen sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Das RKI meldete 45.326 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Das sind 13.278 Positiv-Tests mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 32.048 Neuinfektionen gemeldet wurden. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 5,43 Millionen Corona-Tests positiv aus. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 309 weitere Menschen starben, die positiv getestet worden waren. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 99.433.

Sachsen nähert sich dem 1000er-Wert

Drastische Anstiege der Infektionszahlen gibt es weiter im Südosten und Süden: In Sachsen stieg die Inzidenz auf 969,4, in Thüringen beträgt sie 685,3. Dann folgen Bayern mit 644,9, Brandenburg mit 600,1 und Sachsen-Anhalt mit 591,7. In allen fünf Ländern ist die Impfquote unterdurchschnittlich.

Die niedrigste Inzidenz gibt es in Schleswig-Holstein mit 144,5. Auch Niedersachsen, Bremen und Hamburg liegen laut RKI-Angaben unter einem Inzidenzwert von 200.

24 Landkreise über 1000 - nur noch sieben unter 100

Die bundesweit höchste Inzidenz hat der Landkreis Freyung-Grafenau im Bayerischen Wald mit 1614,4. Es folgen die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1605,9), Rottal-Inn in Niederbayern (1426,1) und Bautzen in Sachsen (1419,1). Insgesamt melden 24 Landkreise einen Inzidenzwert von größer als 1000. Zehn von ihnen liegen in Bayern, sieben in Sachsen, jeweils drei in Thüringen und Brandenburg sowie einer in Sachsen-Anhalt.

Nur sieben Landkreise liegen noch unter der 100er-Marke. Den bundesweit niedrigsten Wert meldet der nordhessische Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit 76,5.

Hospitalisierungsinzidenz steigt ebenfalls an

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,28 an. Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen.

Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Ab einem Wert von sechs gilt die 2G-Plus-Regel, bei der die zugelassenen Geimpften und Genesenen zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen müssen.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten war am Montag von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) mit 3827 angegeben worden, Tendenz stetig steigend.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. November 2021 um 08:30 Uhr.