Eine Mitarbeiterin macht einen Corona-Schnelltest bei einem Mann an einer Teststation auf dem Gelände einer Tankstelle.  | dpa

Corona-Bericht des RKI Omikron-Anteil steigt rasant

Stand: 06.01.2022 21:24 Uhr

Der Anteil der Omikron-Variante am Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland liegt nach RKI-Angaben mittlerweile bei 44,3 Prozent. Dabei sind die regionalen Unterschiede groß: In Sachsen-Anhalt beträgt der Anteil nur 3,2 Prozent, in Bremen 85,5 Prozent.

Der Anteil der ansteckenderen Omikron-Variante des Coronavirus am Infektionsgeschehen in Deutschland nimmt rasant zu. So gingen in der vergangenen Woche laut Meldedaten aus den Bundesländern 44,3 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurück, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht schreibt. Eine Woche zuvor wurde der Wert noch mit 15,8 Prozent angegeben.

Bei der Zählung werden sowohl Nachweise mittels Erbgut-Analyse (Gesamtgenomsequenzierung) als auch Verdachtsfälle aufgrund sogenannter variantenspezifischer PCR-Tests einbezogen. "Das aktuelle Geschehen in Deutschland wird zunehmend auch von der besorgniserregenden Variante Omikron bestimmt", schreibt das RKI. Der Anteil der Delta-Variante, die bis vor wenigen Wochen fast ausschließlich das Infektionsgeschehen dominiert hatte, werde kontinuierlich geringer.

Aussagekräftiger - wenn auch weniger aktuell als die Meldedaten - sind indes die sogenannten Stichproben-Daten. Dabei fließen ausschließlich Gesamtgenomsequenzen von zufällig ausgewählten Proben ein. Der Omikron-Anteil in Kalenderwoche 51 (bis 26.12.) lag nach RKI-Angaben demnach bei 20 Prozent im Vergleich zu neun Prozent in der Vorwoche.

3.331 bestätigte Omikron-Fälle

Inzwischen wurde die Omikron-Variante in allen Bundesländern nachgewiesen, schreibt das RKI. Demnach wurden dem Institut bislang 3331 bestätigte Omikron-Fälle übermittelt sowie 32.198 weitere Verdachtsfälle. Im RKI-Wochenbericht heißt es: "In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der auch bei Geimpften und Genesenen leichter übertragbaren VOC (Variant of Concern, deutsch: besorgniserregende Virusvariante, Anm. d. Red.) Omikron gerechnet."

Gleichwohl ist der Anteil der Omikron-Variante an den Positivtests in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Während der Omikron-Anteil in Bremen bereits bei 85,5 Prozent liegt, wurde in Sachsen-Anhalt bislang lediglich in 3,2 Prozent der Fälle die Omikron-Variante nachgewiesen.

RKI schätzt Gefährdung als "sehr hoch" ein

Auch der Gesamtanteil positiv getesteter Proben sei zuletzt wieder deutlich angestiegen, schreibt das RKI. Demnach wurde in der Berichtswoche in mehr als einem Fünftel (22 Prozent) das Coronavirus nachgewiesen. In der Vorwoche hatte der Anteil positiver Proben bei 16 Prozent gelegen, "was teilweise auch durch die geringere Anzahl der labordiagnostischen Untersuchungen bedingt sein könnte", heißt es.

Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl schwer an Covid-19 erkrankter Personen weiterhin hoch. Mit Datenstand vom 5. Januar werden laut RKI-Wochenbericht 3561 Personen mit einer Covid-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. "Davon benötigen aktuell knapp 3000 Personen eine respiratorische Unterstützung, wovon 2000 Personen invasiv beatmet werden", schreibt das RKI. Es könne weiterhin zu regionalen Kapazitätsengpässen im intensivmedizinischen Bereich kommen.

Das RKI schätzt die Gefährdung in Deutschland insgesamt als "sehr hoch" ein. Ursächlich hierfür sei das Auftreten und die rasante Verbreitung der Omikron-Variante. "Die Infektionsgefährdung wird für die Gruppe der Ungeimpften als sehr hoch, für die Gruppen der Genesenen und Geimpften mit Grundimmunisierung (zweimalige Impfung) als hoch und für die Gruppe der Geimpften mit Auffrischimpfung (dreimalige Impfung) als moderat eingeschätzt", heißt es.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Januar 2022 um 20:41 Uhr.

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KOMMENTARE

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Anna-Elisabeth 06.01.2022 • 23:58 Uhr

@23:42 Uhr von pxslo 23:27 Uhr von Humanokrat

//Sorry, aber das sehe ich anders. War in den letzten Wochen (bis jetzt) öfters in Krankenhäusern (mehreren) als Besucher, auch mit Krankenschwestern unterhalten usw. Die Lage war nach meiner Einschätzung ganz entspannt. Nix mit "am Ende" und so.// Die Belastung ist sicher nicht in allen Krankenhäusern und Abteilungen gleich groß. Dennoch: In vielen Krankenhäusern gibt es jede Menge Überlastungsanzeigen. Allerdings nicht erst seit Corona. Und natürlich gibt es vor allem hinsichtlich ansteckender Erkrankungen große Unterschiede zwischen großen Allgemeinkrankenhäusern und Uni-Kliniken zu kleinen Krankenhäusern und Fachkliniken.