Eine Mitarbeiterin des Labors CBT füllt mit einer Pipette zur Vorbereitung von Corona PCR Tests eine Testflüssigkeit in einer Trägerplatte.  | dpa

RKI-Wochenbericht Gipfel der Corona-Welle wohl erreicht

Stand: 01.04.2022 07:20 Uhr

Der Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts wahrscheinlich überschritten. Der Infektionsdruck sei aber weiterhin hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken.

Trotz erster Anzeichen für ein etwas abgeschwächtes Infektionsgeschehen in Deutschland sieht das Robert Koch-Institut das weitere Verhalten der Menschen als entscheidend an.

Der weitere Pandemieverlauf hänge mit davon ab, ob sich größere Teile der Bevölkerung auch bei Lockerungen staatlich angeordneter Maßnahmen weiterhin umsichtig und rücksichtsvoll verhielten, schreibt das RKI in seinem Wochenbericht. Eine Rolle spiele auch der Umfang, in dem Kontakte zunehmen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf unter 1600 gesunken. Wie das RKI mitteilte, liegt der Wert nun bei 1586,4. Am Donnerstag hatte er bei 1625,1 gelegen, vor einer Woche betrug er 1756,4. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, lag die absolute Zahl der gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 252.530 - nach 274.901 am Vortag und 296.498 Neuinfektionen vor einer Woche. Die Gesamtzahl der registrierten Ansteckungsfälle in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie erhöhte sich auf 21.357.039. Binnen 24 Stunden wurden laut RKI 304 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland stieg damit auf 129.695.

Zur Entwicklung hält die Behörde angesichts eines leichten Fallzahlenrückgangs im Wochenvergleich fest: "Der Gipfel der Welle ist wahrscheinlich erreicht, der Infektionsdruck bleibt aber mit mehr als 1,5 Millionen innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen weiterhin sehr hoch." Möglicherweise sei der Gipfel auch bereits überschritten.

Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 weiter angewachsen

Unterdessen ist der seit Wochen wachsende Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 in einer Stichprobe laut Bericht weiter angewachsen: nach den jüngsten verfügbaren Daten für vorletzte Woche auf rund 81 Prozent (Woche zuvor: rund 73 Prozent). Der aktuelle Wert dürfte also noch höher sein.

Die Ausbreitung von BA.2 galt als ein Treiber der aktuellen Welle. Der Subtyp ist wohl besser übertragbar als der zuvor vorherrschende. Welche Variante als nächste folgen könnte - und wann -, scheint offen.

RKI empfiehlt zweite Auffrischung für bestimmte Gruppen

Bei den Altersgruppen beobachtet das RKI weiter unterschiedliche Entwicklungen: Rückläufig sei die Inzidenz im Wochenvergleich bei Jüngeren zwischen 15 und 34 Jahren, jedoch steigend bei Älteren zwischen 60 und 85 Jahren. Eine weitere Zunahme habe es bei Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen gegeben.

Insbesondere Risikogruppen und hochaltrige Menschen ab 70 Jahren rief das RKI erneut dazu auf, sich mit der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen zweiten Auffrischimpfung vor einer schweren Erkrankung zu schützen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. April 2022 um 08:00 Uhr.