RKI-Gebäude in Berlin | REUTERS

Wochenbericht des RKI Inzidenzen steigen schneller als 2020

Stand: 06.08.2021 05:54 Uhr

Das Robert Koch-Institut verzeichnet einen schnelleren Anstieg der Corona-Inzidenzen als im Sommer 2020 - trotz steigender Impfquote. Vor allem junge Menschen sind betroffen. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf über 20.

Das Robert Koch-Institut in Berlin verzeichnet einen schnelleren und früheren Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz als vor einem Jahr. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht des RKI hervor, der am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

Demnach steigt die Inzidenz - sie gibt an, wie viele neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche gemeldet werden - vor allem in der Altersgruppe der 10- bis 34-Jährigen.

Aber auch in der Altersgruppe bis 49 Jahre sei ein Anstieg zu verzeichnen - trotz steigender Impfquote. Inzwischen könnten die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachvollziehen. Die meisten Ansteckungen mit einer Inzidenz von 49 verzeichnet das RKI für die 20- bis 24-Jährigen. Einstellige Werte werden für die Menschen ab 55 Jahren angegeben.

Krankenhausaufenthalte weiter auf "niedrigem Niveau"

Ebenfalls wichtig zur Abschätzung der Corona-Lage ist die Zahl der hospitalisierten Erkrankten. Deren Zahl liegt, ebenso wie die Zahl der Fälle, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, weiter auf "einem niedrigen Niveau". Denn die bisher meist jungen Infizierten haben ein geringeres Risiko für schwere Krankheitsverläufe als Hochbetagte.

Auch zeigte sich laut RKI bei den Krankenhauseinweisungen kein Unterschied zwischen Alpha- und Delta-Variante - die als besonders ansteckend gilt. Sie wird laut RKI inzwischen bei 97 Prozent aller Infizierten nachgewiesen.

Infektionen bei Reiserückkehrern stabil

Besonders hitzig diskutiert wurde die Frage, ob Reiserückkehrer das Virus nach Deutschland einschleppen. Hier zeigt sich in den vergangenen vier Meldewochen laut RKI kein vollständiges Bild: In 42 Prozent der in den vergangenen Wochen übermittelten Fälle lägen keine Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland vor, hieß es.

Der Anteil der Fälle, bei denen eine wahrscheinliche Ansteckung im Ausland bekannt ist, stieg laut Bericht im Vergleich zur Vorwoche nicht weiter an. Als Reiseziel mit den meisten mutmaßlichen Ansteckungen wird Spanien mit deutlichem Abstand vor der Türkei und Kroatien genannt.

Der Großteil der seit Februar erfassten Corona-Fälle war laut RKI nicht geimpft. Es werde "dringend empfohlen, jetzt die Angebote für die Impfung gegen Covid-19 wahrzunehmen", wird im Bericht appelliert. Die geschätzte Impfeffektivität gibt das RKI mit circa 88 Prozent für die Menschen zwischen 18 und 59 Jahren an und mit circa 87 Prozent für die Gruppe ab 60.

Aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 20,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auch in den vergangenen 24 Stunden wieder an. Nach RKI-Angaben lag sie am Freitagmorgen bei 20,4 - am Vortag hatte der Wert 19,4 betragen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages 3448 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 2454 Ansteckungen gelegen.

Weiterhin wurden landesweit 24 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 3.784.433 nachgewiesene Infektionen. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 3.662.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, liegt bei 91.754.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. August 2021 um 07:40 Uhr.