Lothar Wieler | Bildquelle: dpa

Hohes Infektionsgeschehen RKI-Appell für mehr Homeoffice

Stand: 14.01.2021 11:26 Uhr

1244 Corona-Tote binnen 24 Stunden und 25.164 gemeldete neue Infektionen: Wegen dieser hohen Zahlen hat RKI-Präsident Wieler an die Arbeitgeber appelliert, mehr als bisher Homeoffice umzusetzen. Jede Infektion sei eine zu viel.

Angesichts weiterhin hoher Corona-Zahlen hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Arbeitgeber dazu aufgefordert, Beschäftigten mehr Homeoffice zu ermöglichen. "Jetzt schützt die Heimarbeit die Gesundheit von uns allen - dazu brauchen wir noch mehr verantwortungsvolle Arbeitgeber", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Heimarbeit brauche Digitalisierung und Vertrauen - beides bleibe auch nach der Pandemie zentral.

Neben vorbildlichen Arbeitgebern, die Homeoffice ermöglicht hätten, gebe es Betriebe, deren Mitarbeiter noch ins Büro fahren oder in denen sogar persönliche Treffen mit mehreren Teilnehmern abgehalten werden, obwohl Arbeit von Zuhause dort grundsätzlich möglich wäre.

"Intensivmedizin so ausgelastet wie noch nie"

Wieler betonte, jede Infektion sei eine zu viel. "Die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland war wahrscheinlich noch nie so ausgelastet wie heute."

Wieler appellierte an die Bevölkerung, Kontakte weiter zu verringern. Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sei derzeit "wichtiger denn je".

"Umsetzung der Maßnahmen funktioniert nicht optimal": Lothar Wieler, Präsident Robert Koch-Institut
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.01.2021

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"Nicht verreisen"

Auch wegen neuer Coronavirus-Varianten rief Wieler zum Verzicht nicht notwendiger Reisen auf. "Wer nicht unbedingt muss, sollte im Moment nicht verreisen." Mit Stand Mittwoch seien alle aktuell bekannten Fälle, in denen die neuen Varianten nachgewiesen wurden, von Reisenden nach Deutschland gebracht worden.

Bisher könne man noch nicht abschätzen, wie sich die Varianten auf die Situation in Deutschland auswirkten, sagte Wieler. "Sie könnten sich aber auch hier durchsetzen und zu noch mehr Fällen in kürzerer Zeit führen." Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmere. Umso wichtiger sei deshalb das konsequente Einhalten der Maßnahmen.

Für Verschärfung des Lockdowns

Der Physiker und RKI-Projektgruppenleiter Dirk Brockmann sprach sich zudem für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland aus. Es sei eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Wieler befürwortete eine Verschärfung als "Option".

Auf das Thema allgemeine Pflicht zum Tragen von FFP2-Schutzmasken reagierte Wieler zurückhaltend. Die Masken böten nur dann einen größeren Schutz, wenn sie richtig getragen würden, sagt er mit Hinweis auf die FFP2-Pflicht für den öffentlichen Nahverkehr in Bayern. Nötig sei wie im medizinischen Sektor eine Aufklärung, wie die Masken zu tragen seien.

Todesfälle auf Höchststand

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Todesfälle hat einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1244 an oder mit dem Virus Verstorbene, wie aus den RKI-Zahlen hervorgeht. Der bisherige Höchststand bei den Toten von 1188 war am 8. Januar erreicht worden.

Auch die Zahl der Neuinfektionen bleibt hoch. Dem RKI wurden 25.164 Fälle gemeldet, am Mittwoch waren es 19.600. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Auch Sieben-Tage-Inzidenz weiter hoch

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt nunmehr bei 151,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 310,4 und Sachsen mit 292,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 84,0.

In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Mittwochabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.978.590 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 14.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 43.881. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.620.200 an.

R-Wert von 1,02

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Mittwoch bei 1,02 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 102 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1,0, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Januar 2021 um 10:00 Uhr.

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