Särge lagern beim Bestattungsunternehmen Grieneisen in Berlin | REUTERS

Robert Koch-Institut 1244 Corona-Tote in 24 Stunden gemeldet

Stand: 14.01.2021 09:23 Uhr

Es ist ein trauriger Höchstwert, den das RKI mit 1244 Corona-Toten binnen 24 Stunden in Deutschland verzeichnet. Auch die Zahl der Neuinfektionen bleibt auf hohem Niveau. RKI-Experte Brockmann fordert erneut, Kontakte zu reduzieren.

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Todesfälle hat einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1244 an oder mit dem Virus Verstorbene, wie aus den RKI-Zahlen hervorgeht. Der bisherige Höchststand bei den Toten von 1188 war am 8. Januar erreicht worden.

Auch die Zahl der Neuinfektionen bleibt hoch. Dem RKI wurden 25.164 Fälle gemeldet, am Mittwoch waren es 19.600. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Auch Sieben-Tage-Inzidenz weiter hoch

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt nunmehr bei 151,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 310,4 und Sachsen mit 292,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 84,0. Dort wird derzeit - aufgrund der hohen Laborauslastung - allerdings nur noch getestet, wenn Kontaktpersonen auch Symptome aufweisen.

In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Mittwochabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.978.590 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 14.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 43.881. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.620.200 an.

R-Wert von 1,02

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Mittwoch bei 1,02 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 102 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1,0, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Brockmann ruft zu Kontaktreduzierungen auf

Der Physiker und RKI-Projektgruppenleiter Dirk Brockmann mahnte eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie an. "An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen", sagte er im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten. Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken.

"Pandemiemüdigkeit"

"Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen", sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken. Das Impfen helfe nicht, von diesem Niveau herunterzukommen, "wo jeden Tag mindestens 1000 Menschen sterben", sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

Schwesig: Mehr Tempo beim Impfen

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, forderte mehr Tempo beim Impfen. Es nutze nichts, wenn die Versorgung sich erst im zweiten Quartal bessere, sagte die SPD-Politikerin im ZDF. Allein in der Landeshauptstadt Schwerin brauche man 600 Impfdosen pro Tag, habe aber nur 600 pro Woche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will im Tagesverlauf mit den zuständigen Ministern über die Impfstoff-Produktion reden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Januar 2021 um 09:00 Uhr.

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Moderation 14.01.2021 • 14:30 Uhr

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