Ortsschild von Bad Feilnbach | Bildquelle: picture alliance / dpa

RKI-Studie in Bad Feilnbach Kaum Corona-Infektionen ohne Symptome

Stand: 25.08.2020 14:44 Uhr

Eine Studie des RKI hat das Infektionsgeschehen im bayerischen Bad Feilnbach untersucht. Demnach zeigten die meisten der dort Infizierten Erkältungssymptome. Die Dunkelziffer ist niedriger als angenommen.

Wer sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, leidet in den meisten Fällen unter Erkältungserscheinungen. Das ergaben erste Ergebnisse einer Studie des Robert Koch-Institutes (RKI) im bayerischen Bad Feilnbach.

85,5 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner, bei denen Antikörper und somit eine vorangegangene Infektion nachgewiesen werden konnte, gaben an, dass sie seit Februar Symptome wie Fieber, Atemnot, Schnupfen oder Husten gehabt hätten.

Bad Feilnbach | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Blick auf Bad Feilnbach im Kreis Rosenheim.

Großteil mit Symptomen

Untersucht wurden für die Studie "Corona-Monitoring lokal" 2153 Erwachsenen in der oberbayrischen Gemeinde vom 23. Juni bis 4.Juli. Dabei wurden bei sechs Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Antikörper gegen SARS-CoV-2 festgestellt - ein Nachweis dafür, dass sie bereits an Covid-19 erkrankt waren.

Am häufigsten angesteckt hatten sich die 18- bis 34-Jährigen. Von den Infizierten waren wiederum 14,5 Prozent ohne Symptome erkrankt.

Dunkelziffer niedriger als angenommen

Weiterhin konnten 2,6-mal mehr Infektionen nachgewiesen werden als bislang in Bad Feilnbach bekannt. Der Ort war im Frühling ein sogenannter Corona-Hotspot. Rund 160 Menschen waren damals offiziell infiziert, bei 8500 Einwohnern.

Die nun festgestellte Dunkelziffer war jedoch geringer als zunächst vom RKI angenommen. Damals ging das Institut noch von einer fünfmal so hohen Dunkelziffer aus im Vergleich zur gemeldeten Zahl der Fälle.

Fast 40 Prozent ohne Antikörper

Bei 39,9 Prozent der Erwachsenen mit einem positiven Corona-Test konnten zudem keine Antikörper nachgewiesen werden. Dies bedeutete jedoch nicht zwangsläufig, dass keine Immunität besteht, hieß es von Seiten des RKI.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betrachten die Erkenntnis als einen entscheidenden Hinweis für weitere Forschungen. Weitere Ergebnisse sollen bald ausgewertet und präsentiert werden - so auch Ergebnisse der Untersuchung, ob unter anderem bestimmte Veranstaltungen zu den hohen Fallzahlen in Bad Feilnbach geführt hatten oder ob bestimmte Berufe besonders gefährdet sind.

Studie läuft in vier Gemeinden

Die Ergebnisse der Studie seien vorerst nur für Bad Feilnbach selbst aussagekräftig, betonte die Leiterin der Studie, Claudia Santos-Hövener. Die Studie "Corona-Monitoring lokal" läuft deutschlandweit in vier Gemeinden. Diese waren besonders vom Coronavirus betroffen.

Bad Feilnbach ist die zweite Gemeinde, in der die Forscherinnen und Forscher ihre Untersuchungen durchführen. Begonnen hatte die Studie im baden-württembergischen Kupferzell. Am 8. September soll es mit Tests im niederbayerischen Straubing weitergehen. Der vierte Ort steht noch nicht fest.

Über dieses Thema berichtete BR5 aktuell am 25. August 2020 um 14:02 Uhr.

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