Passanten drängen sich auf der Einkaufsstraߟe Via del Corso in Rom. | dpa

Corona-Reisebestimmungen Lockerungen für Südafrika, Hürden für Italien

Stand: 30.12.2021 20:10 Uhr

Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante ändern sich die Reisebestimmungen für zahlreiche Länder. Ab Dienstag gilt voraussichtlich kein Land mehr als Virusvariantengebiet. Die Liste der Hochrisikogebiete wird dafür wieder länger.

Ab Dienstag ist voraussichtlich kein Land mehr als Virusvariantengebiet ausgewiesen. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, werden die bisher neun derart eingestuften Länder ab dann "voraussichtlich" nur noch als Hochrisikogebiete geführt. Dies würde deutliche Erleichterungen für Reisende bedeuten. 

Als Virusvariantengebiete gelten bisher Botswana, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika, das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland inklusive der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete. Ab Dienstag, dem 4. Januar, sollen diese nur noch als Hochrisikogebiete gelten.

Omikron auch in Deutschland immer stärker verbreitet

Die Kategorie der Virusvariantengebiete soll zwar nicht abgeschafft werden, bei Omikron gebe es aber keinen Grund mehr für eine solche Einstufung anderer Länder, nachdem sich die Variante auch in Deutschland immer stärker verbreite, hieß es laut der Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen. Bei neuen besorgniserregenden Varianten, die noch nicht in Deutschland angekommen seien, könnten künftig erneut Virusvariantengebiete ausgewiesen werden.

Der Anteil der Omikron-Variante an den in Deutschland nachgewiesenen Corona-Infektionen nimmt derzeit rasant zu. Wie aus dem Wochenbericht des RKI hervorgeht, gingen in der Kalenderwoche 51 (bis 26.12.) laut Meldedaten aus den Bundesländern 17,5 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurück. Eine Woche zuvor wurde der Wert noch mit 3,1 Prozent angegeben.

Italien und Kanada werden Hochrisikogebiete

Die Liste der Hochrisikogebiete ändert sich bereits zu Neujahr. Das Auswärtige Amt weist zum 1. Januar Italien, Kanada, Malta und San Marino als Hochrisikogebiete aus. Von der Liste gestrichen wird hingegen Mauritius.

In Italien waren die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe geschossen. Das Gesundheitsministerium meldete fast 127.000 Corona-Fälle. Damit erreichte das Land erneut einen Rekordwert nach den rund 98.000 registrierten Corona-Fällen vom Mittwoch. Auch in Kanada steigt die Zahl der Ansteckungen derzeit rasant. Nach Angaben der Johns Hopkins University erreichte das Land am Mittwoch mit 79.531 Neuinfektionen einen neuen Höchststand.

Viele Reiseländer auf der Liste

Die Bundesregierung stuft inzwischen Dutzende Staaten wieder als Hochrisikogebiete ein. Seit vergangenem Samstag fallen auch die Urlaubsländer Spanien und Portugal sowie die USA erneut in diese Kategorie. Auch beliebte Reiseziele wie die Türkei, Griechenland, Kroatien und Zypern stehen auf der Liste. Darüber hinaus sind die Nachbarländer Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Polen, Schweiz, Tschechien als Hochrisikogebiete ausgewiesen.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. Eine vollständige Liste der Risikogebiete finden Sie hier.

Unterschiede bei Einreisebeschränkungen

Die Änderungen haben vor allem Folgen für Reisende. Bei Virusvariantengebieten gilt auch für Geimpfte und Genesene eine Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann. Darüber hinaus besteht grundsätzlich ein Beförderungsverbot. Ausgenommen sind deutsche Staatsbürger oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, sowie etwa bestimmte Berufsgruppen.

Die Einstufung als Hochrisikogebiet hat dagegen vor allem für ungeimpfte Reisende Auswirkungen: Sie müssen bei der Einreise aus einem Hochrisikoland nach Deutschland zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen können sie sich allerdings durch ein negatives Testergebnis "freitesten". Für geimpfte und genesene Reisende entfällt die Quarantänepflicht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Dezember 2021 um 21:07 Uhr.