Menschen stehen vor einem Testzentrum in der Adventsstadt Quedlinburg.  | dpa

Zahlen des RKI Inzidenz steigt weiter auf 452,4

Stand: 29.11.2021 07:06 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an und hat einen neuen Höchststand erreicht: Nach Angaben des RKI liegt der Wert nun bei 452,4. Der Virologe Drosten zeigte sich angesichts der neuen Omikron-Variante "ziemlich besorgt".

Die vierte Corona-Welle hat Deutschland weiter fest im Griff. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am frühen Morgen mit 452,4 an - ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: Gestern hatte der Wert bei 446,7 gelegen, vor einer Woche bei 386,5.

Am 8. November hatte der Wert in Deutschland erstmals die Schwelle von 200 und damit die bisherige Höchstmarke seit Pandemiebeginn vom Dezember vergangenen Jahres übersprungen. Seitdem wurden täglich neue Höchstwerte registriert.

Bundesweit wurden laut RKI-Angaben binnen 24 Stunden 29.364 Neuinfektionen verzeichnet. Am Freitag war die bisher höchste Zahl von 76.414 neuen Fällen registriert worden. Am Wochenende werden in der Regel weniger Fallzahlen gemeldet, unter anderem weil weniger getestet wird.

73 weitere Todesfälle

Die Zahl der Todesopfer der Pandemie in Deutschland stieg um 73 auf 100.956 Fälle. Am vergangenen Donnerstag hatte die Zahl der Corona-Toten in Deutschland die Schwelle von 100.000 überschritten. 

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

"Keiner weiß, was auf uns zukommt"

Zusätzliche Sorgen bereitet die neu entdeckte Omikron-Variante. Sie ist mittlerweile in zahlreichen Ländern - auch in Deutschland - aufgetaucht. Die Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) wollen heute dazu beraten.

Der Berliner Virologe Christian Drosten sagte gestern im ZDF-"heute journal", er sei wegen der Variante "ziemlich besorgt". Man wisse nicht allzu viel über sie und "keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt", so Drosten. "Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist." 

Die erste wirkliche "Immunfluchtmutante"?

Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1000 Fällen, so Drosten. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten. Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche "Immunfluchtmutante" vor sich habe.

Immunflucht bedeutet, Omikron könnte eine gegen andere Sars-CoV-2-Varianten aufgebaute Immunabwehr umgehen. Ob Impfungen verändert werden müssten, würden die nächsten zwei bis drei Wochen beantworten müssen, sagte Drosten. Eine Anpassung der mRNA-Impfstoffe sei möglich. "Das wird man technisch relativ einfach machen können. Aber wir sprechen hier doch von Monaten."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2021 um 06:00 Uhr.