Mitarbeiter ziehen sich auf der Corona-Station in einer Klinik ihre Virenschutzkittel an.  | dpa

Neuer Höchststand in Deutschland Mehr als 23.600 Corona-Neuinfektionen

Stand: 20.11.2020 07:10 Uhr

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat einen neuen Rekordstand erreicht: Das RKI meldete unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter 23.648 Fälle binnen eines Tages. Laut Kanzlerin Merkel ist eine baldige Impfstoff-Zulassung möglich.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet - ein neuer Höchststand. Der bisherige Spitzenwert war Freitag vor einer Woche mit 23.542 verzeichneten Fällen erreicht worden.

Im Vergleich zu gestern stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle um gut 1000. Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI in Deutschland insgesamt 879.564 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 260 auf insgesamt 13.630.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,99 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Merkel glaubt an baldige Impfstoff-Zulassung

Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich gestern optimistisch, dass in Europa bald der erste Impfstoff zugelassen werden könnte. Dies könnte "im Dezember oder sehr schnell nach der Jahreswende" geschehen, sagte Merkel nach dem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs.

Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist zuversichtlich, dass die Impfstoff-Kandidaten von Pfizer-Biontech und Moderna "in der zweiten Dezemberhälfte 2020" eine bedingte Marktzulassung erhalten - wenn alles ohne Probleme verlaufe.

In Europa ist die Arzneimittelbehörde EMA für die Zulassung zuständig. Die EMA sei in "täglichem Kontakt" mit ihrem US-Pendant FDA, um die Bewertung der Impfstoffkandidaten möglichst zeitgleich durchzuführen, sagte von der Leyen.

Detaillierte Begutachtung der Impfstoff-Studie steht noch aus

Biontech-Mitgründer Ugur Sahin hält eine Auslieferung und Zulassung des Corona-Impfstoffs in diesem Jahr ebenfalls für möglich. Sein Team arbeite "fieberhaft" daran, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Das Mainzer Unternehmen Biontech mit seinem US-Partner Pfizer sowie das US-Unternehmen Moderna hatten bei der Impfstoffentwicklung zuletzt Durchbrüche vermeldet. Nach ihren Angaben haben ihre Impfstoffkandidaten jeweils eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. In beiden Fällen steht allerdings noch eine detaillierte Veröffentlichung und Begutachtung der Studie in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift aus.

Die EU-Kommission, die im Auftrag der Mitgliedstaaten Verträge mit den Herstellern über die Beschaffung künftiger Impfstoffe abschließt, hat mit Biontech-Pfizer bereits ein festes Abkommen über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Dosen. Mit Moderna laufen die Verhandlungen noch. Der Chef des Unternehmens, Stéphane Bancel, hatte die EU zuletzt vor Verzögerungen beim Vertragsabschluss gewarnt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2020 um 09:00 Uhr.