"Open" steht auf einem Banner an einem Biergarten geschrieben, in dem Gäste das schöne Wetter genießen.

Corona-Pandemie Sieben-Tage-Inzidenz fällt unter 20

Stand: 10.06.2021 07:31 Uhr

Erstmals seit vielen Monaten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter 20. Angesichts des positiven Trends wollen die Länderchefs über den Umgang mit Großveranstaltungen diskutieren.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 19,3 an - damit liegt sie erstmals seit Oktober vergangenen Jahres wieder unter 20.

Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen.

Schwesig hofft auf einheitliche Regeln

Angesichts der niedrigen Infektionszahlen wollen die Länderchefs heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auch über mögliche Regelungen für Großveranstaltungen beraten. "Neben den allgemeinen Themen der regulären MPK wird es auch im Interesse aller Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten um mögliche Zulassungen von Großveranstaltungen mit Publikum gehen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller der Nachrichtenagentur dpa. Der SPD-Politiker ist derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz.

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hofft auf eine bundeseinheitliche Lösung. "Mecklenburg-Vorpommern wirbt dafür, dass wir uns auf gemeinsame Regeln für den Umgang mit Volksfesten und Großveranstaltungen verständigen. Da sollten wir möglichst einheitlich vorgehen", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post".

Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte dringt gemeinsame Regeln. Einheitliche Obergrenzen bei Massenveranstaltungen seien sinnvoll, weil diese durch den Reiseverkehr überregionale Auswirkungen hätten, der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. "Es ist schwierig, wenn in einem Land eine Veranstaltung mit 80.000 Leuten zulässig wäre. Und in einem anderen Land liegt die Obergrenze bei 1000 zur Veranstaltung draußen. Das sind Diskrepanzen, die dann sicherlich nicht sinnvoll sind."

"Das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen"

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft fordert eine deutliche Lockerung der Regeln. Es sei nicht erkennbar, was noch geschehen solle, "damit die Branche endlich wieder Geld verdienen kann anstatt auf staatliche Hilfen angewiesen zu bleiben", sagte Verbandspräsident Jens Michow den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Branche sei in der Lage, nur geimpften, getesteten oder genesenen Menschen den Zutritt zu Veranstaltungen zu gewähren. "Sofern sich die aktuelle Entwicklung der Inzidenzrate fortsetzt, ist für mich nicht erkennbar, wieso Kapazitätseinschränkungen in Veranstaltungsstätten noch verhältnismäßig sein sollten", so Michow.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sprach sich dafür aus, die Corona-Regeln im Herbst komplett zu lockern. "Ich glaube, wir können das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen", sagte er der "Rheinischen Post". Die Widerstandskraft sei durch den Impfstoff in diesem Jahr höher. Er wisse aber auch, dass sich 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung nicht impfen lassen werden. "Die müssen das Risiko dann selbst tragen und verantworten."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Juni 2021 um 08:00 Uhr.