Drei Spaziergänger in Regenjacken und mit einem Regenschirm gehen am Strand entlang.  | dpa

RKI-Zahlen Inzidenz steigt - vor allem im Norden

Stand: 10.08.2021 08:40 Uhr

Die Corona-Zahlen sind bundesweit weiter angestiegen. Inzwischen liegt die Inzidenz bei 23,5. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Vor allem in norddeutschen Bundesländern sind die Zahlen oft hoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt sie bei 23,5 - gestern hatte der Wert 23,1 betragen, vor einer Woche lag er bei 17,9.

Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 2480 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1766 Ansteckungen gelegen.

Es gibt jedoch große regionale Unterschiede. Die Spanne bei der Sieben-Tage-Inzidenz reicht von 1,2 in im Kreis Sommerda in Thüringen bis 64,2 im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.

Steigende Werte in Hamburg und Schleswig-Holstein

Auffällig ist, dass die Inzidenzwerte vor allem in den norddeutschen Bundesländern aktuell vergleichsweise hoch sind. In Schleswig-Holstein hat sich der Wert innerhalb einer Woche fast verdoppelt. Derzeit liegt die Inzidenz dort bei 44,1. Eine Woche zuvor betrug der Wert 24,9. Auch in Hamburg zeigt die Corona-Kurve wieder steil nach oben: Von 34,4 am vergangenen Dienstag auf jetzt 59,4. In beiden Bundesländern sind die Schulferien inzwischen beendet.

Bislang war die Inzidenz die Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben aber nun auch weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Darüber wollen am Mittag Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder in einer Videokonferenz beraten.

Der Chef der Intensivmedizin am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, sagte im Gespräch mit dem NDR: "Wir müssen uns sicherlich auf die Inzidenz weiter verlassen, aber auch auf weitere Parameter." In Hamburg gebe es momentan sehr viele Infektionen in den jüngeren Bevölkerungsschichten von 15 bis 30 Jahren. "Hätten wir viel Infektionsgeschehen bei den über 40-Jährigen, dann erwarten wir natürlich mehr Intensivpatienten", sagte Kluge. "Im Moment ist das allerdings noch gut beherrschbar und sehr übersichtlich."

Günther schließt erneuten Lockdown aus

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther betonte am Montag, dass er auch bei weiter steigenden Corona-Zahlen in seinem Bundesland einen Lockdown erneut ausschließt - nicht aber strengere Hygieneregeln. Als Beispiel nannte der CDU-Politiker Testverpflichtungen für Ungeimpfte und eine mögliche Ausdehnung der Pflicht zum Tragen einer Maske.

Trotz steigender Corona-Zahlen habe man eine Lage, die beherrschbar sei, so Günther weiter. Es gebe keinen Grund, beunruhigt zu sein - wohl aber aufmerksam. Im Gegensatz zu früher habe man eine völlig andere Situation. 58 Prozent der Bevölkerung in Schleswig-Holstein seien vollständig geimpft, die Belegung in den Krankenhäusern gering.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. August 2021 um 06:40 Uhr.