Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor der Limbach Gruppe PCR-Teströhrchen in den Händen. | dpa

Coronavirus in Deutschland Inzidenz steigt weiter schnell

Stand: 28.01.2022 07:12 Uhr

Die Infektionszahlen in Deutschland klettern weiter von Höchstwert zu Höchstwert: Die Inzidenz liegt nach RKI-Angaben mittlerweile bei 1073. Besonders in den Stadtstaaten ist die Lage dramatisch.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 1073,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert morgens bei 1017,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz morgens bei 706,3 (Vormonat: 215,6).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 190.148 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 140.160 Ansteckungen.

Gesundheitsämter vielerorts überlastet

Derzeit muss das RKI die tagesaktuellen Fallzahlen häufig im Laufe des Tages noch nach oben korrigieren, da die Gesundheitsämter vielerorts überlastet sind und die Daten erst verzögert übermitteln. Darum gehen Experten auch von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Infektionen aus, die gar nicht in den RKI-Daten erfasst sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Das RKI erklärte dazu: "Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst wird", sei durch ergänzende Indikatoren "eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung" möglich. Für die Lagebewertung in der aktuellen Situation der Pandemie stehe zudem "nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund".

Stadtstaaten mit höchsten Inzidenzen

Mittlerweile haben bereits zehn Bundesländer bei der Inzidenz die 1000er-Marke überschritten - am höchsten ist sie in den Stadtstaaten Berlin (1829,4), Hamburg (1673,4) und Bremen (1588,7). Auch bei den höchsten Inzidenzen aller Stadt- und Landkreise liegt Berlin vorne: Tempelhof-Schöneberg hat sogar bereits die 3000er-Marke überschritten (3192,2).

Bundesweit die niedrigsten Inzidenzen haben momentan die ostdeutschen Bundesländer Thüringen (402,2), Sachsen (546,4) und Sachsen-Anhalt (633,9) vorzuweisen. Im thüringischen Landkreis Greiz liegt die Inzidenz sogar nur bei 228,6 und damit so niedrig wie in keinem anderen Land- oder Stadtkreis in Deutschland.

170 weitere Todesfälle

Bundesweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 170 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls 170 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.484.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.429.079 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Morgen mit 7.494.200 an.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI für gestern mit 4,64 an (Mittwoch 4,26). Damit zog der Wert nach einigen Wochen der Stagnation zuletzt wieder deutlich an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2022 um 06:00 Uhr.