Teströhrchen für PCR-Tests in einem Labor | dpa

Coronavirus in Deutschland Inzidenz steigt zum vierten Mal in Folge

Stand: 02.01.2022 08:26 Uhr

Trotz feiertagsbedingt geringerer Meldungen steigt die Inzidenz nach Angaben des RKI auf 222,7. Gesundheitsminister Lauterbach will die drohende Omikron-Welle auch mit einer Steigerung der Erstimpfungen abschwächen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am vierten Tag in Folge einen Anstieg der offiziellen bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 222,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 220,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 220,7 (Vormonat: 439,2). Weil zwischen den Jahren weniger getestet und gemeldet wird, geht das RKI bei den Zahlen jedoch von einer Untererfassung aus. Zudem hat Niedersachsen den zweiten Tag in Folge keine Daten weitergegeben.

46 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.515 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 10.100 Ansteckungen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.189.329 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2, 6.441.000 davon gelten als genesen. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 46 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 88 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 112.155.

Lauterbach: Erstimpfungen senken Sterberisiko

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will die Zahl der Corona-Toten in der Omikron-Welle mit mehr Erstimpfungen senken. "Die erste Impfung senkt bereits nach 14 Tagen das Sterberisiko drastisch", sagte er der "Bild am Sonntag". Das Gefühl vieler Ungeimpfter, dass der Zug für sie eh abgefahren sei, stimme nicht. Studien zeigten, dass sich die Omikron-Variante wesentlich schneller verbreite als die Delta-Variante, aber auch etwas weniger schwere Fälle verursache.

"Das ist aber keine Entwarnung für ältere Ungeimpfte", betonte Lauterbach. Er warte auf weitere wissenschaftliche Studien. In Dänemark und Großbritannien, wo Wissenschaftler mildere Krankheitsverläufe bei einer Omikron-Infektion meldeten, liege die Impfquote bei Älteren deutlich höher als in Deutschland. Eine "Tragödie" sei dort bislang ausgeblieben, weil die Älteren eine "hohe" Impfquote hätten und 75 Prozent geboostert seien. Lauterbach sei "sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften" in Deutschland.

Lauterbach bekräftigte auch den Nutzen von Masken - dieser habe sich durch die neue Variante sogar noch gesteigert: "Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser." Insbesondere in der Schule sei das Tragen der Masken "ein absolutes Muss für alle Klassen", sagte er.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Januar 2022 um 09:00 Uhr.