Corona-Test in Dresden | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz steigt leicht auf 442,7

Stand: 04.12.2021 08:01 Uhr

Nach kurzem Rückgang ist die Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen. Zudem gab es 64.510 Neuinfektionen. Laut dem Robert Koch-Institut liegen die tatsächlichen Infektionszahlen aber höher als derzeit erfasst.

Nachdem kurzzeitig stagnierenden Zahlen ist die Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner und Woche mit 442,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der tagesaktuelle Wert bei 442,1 gelegen, vor einer Woche bei 444,3 (Vormonat: 183,7). Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 64.510 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 67.125 Ansteckungen.

Allerdings ist bei der Bewertung des Infektionsgeschehens zu berücksichtigen, dass Experten derzeit von einer deutlichen Untererfassung ausgehen - die Zahlen dürften also höher liegen als offiziell angegeben. In einzelnen Regionen kommen Gesundheitsämter und Kliniken demnach mit der Meldung von Fällen nicht mehr hinterher.

Dementsprechend gibt es momentan sehr viele Nachmeldungen. So liegt der Inzidenzwert inklusive Nachmeldungen für den gestrigen Freitag heute bei 466,4 (statt 442,1 am Tag selbst) und für den Samstag vor einer Woche inklusive Nachmeldungen heute bei 482,9 - statt 444,2 am Tag selbst. Auch der heutige Wert dürfte in den kommenden Tagen deutlich nach oben korrigiert werden.

Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", hieß es im RKI-Wochenbericht vom Donnerstag. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

378 neue Todesfälle

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 378 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 303 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.116.070 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Auch hier dürfte die tatsächliche Gesamtzahl deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg damit auf 102.946.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,52 an (Donnerstag: 5,47). Der Wert spielt für die Beurteilung des Infektionsgeschehens eine wichtige Rolle. Denn bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Länder verschärfen Regeln im Einzelhandel

Zudem gelten zum zweiten Adventswochenende in vielen Bundesländern erstmals 2G-Regeln für den Einzelhandel. Damit haben nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Geschäften. Ausgenommen sind Läden des täglichen Bedarfs - also etwa Supermärkte, andere Lebensmittelgeschäfte und Drogerien. Die schärferen Regeln waren am Donnerstag von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen worden, die Länder müssen die Beschlüsse aber jeweils in eigenen Verordnungen umsetzen.

Ab Samstag gilt 2G für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ebenso wie in Rheinland-Pfalz, Hamburg und Schleswig-Holstein. Sonntag beziehungsweise Montag kommen dann weitere Länder hinzu, darunter neben Hessen zum Beispiel auch Sachsen-Anhalt als letztes Bundesland im Osten - anderswo im Osten galt eine solche Regel schon vor den Bund-Länder-Beschlüssen. In Bayern und Niedersachsen sollen entsprechende Regelungen Mitte kommender Woche in Kraft treten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Dezember 2021 um 08:55 Uhr.