Ein Schild, mit dem auf die Maskenpflicht hingewiesen wird, hängt an einer Laterne am Ostenhellweg in der Innenstadt. | Bildquelle: dpa

7830 Corona-Fälle RKI meldet neuen Höchststand bei Neuinfektionen

Stand: 17.10.2020 07:13 Uhr

Die Infektionszahlen in Deutschland erreichen immer neue Höchstwerte. Der Unionsfraktionsvorsitzende Brinkhaus fordert daher eine bundeseinheitliche Linie bei den Corona-Maßnahmen. Kanzleramtschef Braun will mehr Helfer mobilisieren.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat wieder einen Rekordwert an Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Demnach wurden 7830 neue Fälle gemeldet. Das sind rund 500 mehr als gestern und so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am vergangenen Samstag hatte der Wert noch bei 4721 gelegen.

Die Zahl der insgesamt registrierten Infektionen stieg laut RKI auf 356.387. Außerdem wurden 33 weitere Todesfälle gemeldet. Damit starben inzwischen in Deutschland 9767 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Brinkhaus fordert einheitliches Vorgehen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus forderte bei den Maßnahmen gegen die steigenden Corona-Infektionszahlen eine bundeseinheitliche Linie. "Alles andere ruft momentan nicht nur große Irritation in der Bevölkerung hervor - es behindert ein konsequentes, gebündeltes Vorgehen gegen Corona", schrieb der CDU-Politiker in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Brief an die Abgeordneten von CDU und CSU.

Außerdem solle das Parlament stärker eingebunden werden, verlangte Brinkhaus. Der Bundestag sei "genau der richtige Ort, um die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung öffentlich zu diskutieren und auch über den Nachsteuerungsbedarf zu sprechen". Um den Rückhalt in der Bevölkerung zu stärken, müsse für mehr Transparenz gesorgt werden, erklärte der Fraktionschef der Union.

Söder warnt vor Kontrollverlust bei Nachverfolgungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte angesicht der steigenden Corona-Zahlen vor einem Versagen der Kontaktnachverfolgung. Wir stehen kurz vor einem Konrollverlust in einigen Region in Deutschland", sagte der CSU-Chef der Passauer Neuen Presse. Das sei "hochgefährlich". Wenn keine Nachverfolgung der Infektionen mehr möglich sei, so wie in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Tschechien, müsse man die Kontakte generell begrenzen, erklärte Söder. "Das geht nur mit einem Lockdown oder ähnlichen strikten Maßnahmen."

Kanzleramtschef Helge Braun kündigte an, noch mehr Helfer zur Unterstützung der Kommunen bei der Kontaktnachverfolgung  zu mobilisieren. Neben dem Bundeswehrkontingent von bis zu 15.000 Soldaten schaue man auch, ob es weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden gebe, sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Oktober 2020 um 05:15 Uhr.

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