Eine Mitarbeiterin des Labors Bioscientia in Ingelheim am Rhein hält eine Probe in den Händen.  | dpa

Coronavirus in Deutschland Delta-Variante dominiert erstmals

Stand: 07.07.2021 20:37 Uhr

Die besonders ansteckende Delta-Variante ist nun auch in Deutschland die vorherrschende Mutante. Knapp zwei Drittel der Neuinfektionen gehen inzwischen auf ihr Konto. In Großbritannien sorgte Delta für einen extremen Anstieg der Fälle.

In Deutschland ist die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zur vorherrschenden Mutante geworden. Sie dominiere erstmals mit einem Anteil von 59 Prozent, hieß es in der jüngsten wöchentlichen Auswertung des Robert Koch-Instituts mit Blick auf die 25. Kalenderwoche (21.-27. Juni).

Es sei anzunehmen, dass es sich nun bei knapp zwei Dritteln der PCR-bestätigten neuen Corona-Infektionen um eine Ansteckung mit der Delta-Variante (B.1.617.2) und nur noch bei einem Drittel um eine mit der Alpha-Mutante handele. Der Alpha-Anteil sank damit rasch von 91 Prozent Ende Mai auf 33 Prozent Ende Juni. Andere Virusvarianten spielen in Deutschland zurzeit keine Rolle. Es wird nur ein Teil der positiven Corona-Proben auf Varianten hin untersucht.

Der Vergleich zeige, dass der Anteil der Variante Delta weiterhin stark zunehme und sich von 37 auf 59 Prozent innerhalb einer Woche erneut fast verdoppelt habe, hieß es im Bericht. Diese starke Zunahme gehe mit einer leichten Erhöhung der Fallzahlen und einem weiterhin niedrigen einstelligen Niveau der Sieben-Tage-Inzidenz einher. Fachleute befürchten jedoch mit zunehmender Delta-Verbreitung eine Trendumkehr wie in Großbritannien im Mai.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Großbritannien auf 256

In Großbritannien wurde derweil mit mehr als 32.500 neuen Corona-Fällen an einem Tag der höchste Tageswert seit Januar verzeichnet. Sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch der Todesfälle und der Krankenhauseinweisungen stieg in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche jeweils um mehr als 40 Prozent, wie die britischen Behörden bekanntgaben. Grund ist die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante, die für fast alle Corona-Fälle im Vereinigten Königreich verantwortlich ist.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 256,2. In Deutschland liegt dieser Wert momentan bei 5. Der britische Premierminister Boris Johnson will dennoch am 19. Juli alle Corona-Regeln aufheben. Die Regierung erwartet, dass die Zahl der Neuinfektionen wegen der Aufhebung der Corona-Regeln auf bis zu 100.000 am Tag steigen könnte.

Auch in den USA ist die besonders ansteckende Delta-Variante nach Berechnungen der Seuchenbehörde CDC bereits dominant. Der Anteil der Mutante an den Neuinfektionen sei in den zwei Wochen bis zum 3. Juli auf 51,7 Prozent gestiegen, teilt die Behörde mit. Der Anteil der bislang vorherrschenden Alpha-Variante sei auf 28,7 Prozent gesunken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2021 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.