Teströhrchen für PCR-Tests in einem Labor | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz überschreitet 700

Stand: 21.01.2022 08:56 Uhr

Die bundesweite Inzidenz steigt auf 706,3, die Zahl der Neuinfektionen gibt das RKI mit 140.160 an. Doch mit den steigenden Zahlen werden auch die von den Ämtern übermittelten Daten unvollständiger - sie bleiben laut RKI aber wichtig.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 700 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 706,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 638,8 gelegen.

Die am frühen Morgen gemeldeten Zahlen spiegeln wegen der starken Verbreitung der Omikron-Variante derzeit nicht mehr das tatsächliche, tagesaktuelle Infektionsgeschehen wider. Zuletzt gab es immer wieder Nachmeldungen bei den Neuinfektionen, die nachträglich auch zu einer deutlichen Erhöhung des Inzidenzwertes führten. So stieg die Inzidenz vom Vortag von 638,8 mit Nachmeldungen auf 691,9.

Zahl der Neuinfektionen steigt

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 140.160 Corona-Neuinfektionen - ein weiterer Höchstwert. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 92.223 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 170 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 286 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.460.546 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an. Auch dieser Wert ist gestiegen, am Donnerstag lag er bei 3,56. Genesen sind laut RKI 7.178.000 Menschen. Die Zahl derer, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.485.

Die immer neuen Höchststände bei den Neuinfektionen schlagen sich auch stärker auf die Krankenhäuser nieder - bislang aber nicht so sehr auf die Intensivstationen. Die Belastung auf den normalen Stationen nahm nach Angaben der Deutsche Krankenhausgesellschaft in Regionen mit hohen Omikron-Infektionszahlen dagegen deutlich zu. "Mit Blick auf die Zahlen scheint zwar die Belastung auf der Intensivstation abzunehmen, die Belastung auf der Normalstation bleibt allerdings hoch oder steigert sich sogar deutlich", sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Experten rechnen mit immer mehr Neuinfektionen, die nicht erfasst werden können oder verspätet gemeldet werden, unter anderem, weil Labore und Gesundheitsämter zunehmend an Kapazitätsgrenzen geraten. Auch das RKI erwartet, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten nicht genau bemessen werden kann. "Die Größenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlässig angezeigt", schreibt das RKI im Corona-Wochenbericht vom Donnerstagabend.

Meldedaten laut RKI weiterhin wichtig

Meldedaten bleiben laut Bericht "für das Management und Entscheidungen über Maßnahmen vor Ort während der Omikron-Welle weiter von hoher Bedeutung". Sie seien aber nicht allein zu betrachten, sondern zusammen mit Erkenntnissen aus weiteren Überwachungssystemen zu akuten Atemwegserkrankungen. Die Krankheitsschwere werde somit bedeutsamer für die Lage-Einschätzung.

Daher werden im Bericht nun zusätzlich mehrere Inzidenz-Schätzungen zu Covid-19-Patientinnen und Patienten mit Krankheitssymptomen unterschiedlicher Schwere ausgewiesen. Beispielsweise wurde nun für die zweite Woche 2022 geschätzt, "dass in etwa 0,4 bis 1,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,5 bis 1,1 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte". Auch Inzidenzen von Arztbesuchen und Krankenhausbehandlungen vor dem Hintergrund von Covid-19 werden entsprechend geschätzt. Diese Angaben speisen sich aus verschiedenen Quellen, etwa auf Angaben aus der Bevölkerung zu Arztbesuchen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Januar 2022 ab 05:30 Uhr.