Fläschchen mit Corona-Abstrichen in einem Labor | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz sinkt leicht auf 439,2

Stand: 05.12.2021 08:57 Uhr

Die bundesweite Inzidenz sinkt nach RKI-Angaben erneut leicht - die Gesundheitsämter meldeten mit 42.055 Neuinfektionen rund 2500 Ansteckungen weniger als vor einer Woche. An der Belastbarkeit der Zahlen gibt es aber weiterhin Zweifel.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Ansteckungen in Deutschland ist wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete einen Wert von 439,2 nach 442,7 am Samstag. Zudem registrierte das RKI 42.055 Neuinfektionen. Das sind 2346 Fälle weniger als vor einer Woche. 94 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit stieg die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 103.040.

Die höchste Inzidenz unter den Bundesländern weist dem RKI zufolge weiter Sachsen auf: Hier sank sie leicht auf 1227,1. Dann folgen Thüringen mit 1036,7, Sachsen-Anhalt mit 841,3 und Brandenburg mit 646,9. In Bayern ging die Inzidenz weiter leicht auf 529,6 zurück. In allen fünf Bundesländern ist die Impfquote unterdurchschnittlich.

Die niedrigste Inzidenz gibt es weiter in Schleswig-Holstein, wo der Wert auf 142,1 sank. Nur noch zwei Landkreise liegen unter einem Wert von 100, die höchste Inzidenz weist der Landkreis Mittelsachsen auf, hier stieg sie auf 2208,5.

Gesundheitsämter überlastet

Trotz der sinkenden Zahlen mahnen Experten bei ihrer Bewertung zur Vorsicht. Sie gehen nach wie von einer merklichen Untererfassung aus. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", hieß es im RKI-Wochenbericht vom Donnerstag. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

Bundeswehr leistet Amtshilfe

Immer mehr Bundesländer setzen aufgrund der hohen Infektionszahlen und des Arbeitsaufkommens bei der Erfassung und Kontaktnachverfolgung auf die Hilfe der Bundeswehr - zuletzt auch Schleswig-Holstein mit seiner vergleichsweise niedrigen Inzidenz.

Bereits seit März 2020 leisten Soldaten immer wieder Unterstützung in Gesundheitsämtern und Krankenhäusern. Aktuell sind nach Bundeswehrangaben allein in Nordrhein-Westfalen wieder rund 600 Unterstützungskräfte im Einsatz. In ganz Deutschland stehen nach Angaben der Streitkräftebasis in Bonn derzeit bis zu 12.000 Soldaten für Unterstützungseinsätze bereit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Dezember 2021 um 08:55 Uhr.