Eine Ärztin gibt ein Abstrichstäbchen in einen Plastikbeutel. | dpa

Coronakrise in Deutschland R-Wert sinkt wieder leicht

Stand: 11.05.2020 21:03 Uhr

RKI-Forscher schätzen den Reproduktionswert auf 1,07. Damit die Pandemie abflaut, müsste die Zahl aber langfristig unter der kritischen Marke von 1 liegen. Mehr als 145.000 Menschen in Deutschland gelten als genesen.

Die Reproduktionszahl liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 1,07. Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als eine Person ansteckt. Der Wert liegt seit dem 9. Mai über der kritischen Marke von 1. Er ist seit Sonntag ein wenig gesunken. Damals betrug er 1,13. Noch vergangene Woche hatte das RKI den R-Wert auf unter 1 geschätzt, im Bericht vom Freitag auf 0,83. Bei dem Wert gibt das Institut immer auch eine Schwankungsbreite an. Der Anstieg des Wertes mache es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen "sehr aufmerksam zu beobachten", hieß es.

Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl langfristig unter 1 liegen. Es wies aber darauf hin, dass noch nicht bewertet werden kann, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.

Weiter Höchststand in Bayern

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 145.600 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. In den vergangenen Wochen hatten nach und nach die Bundesländer mehrere Maßnahmen zur Eindämmung von Sars-CoV-2 gelockert.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.700 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2170 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.100 Fällen und mindestens 1436 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.390 bestätigten Fällen und mindestens 1570 Toten. Die drei Bundesländer sind allerdings auch die bevölkerungsreichsten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als unter Umständen auch von Tag zu Tag.