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RKI zur Corona-Krise Reproduktionszahl übersteigt kritischen Wert

Stand: 10.05.2020 11:30 Uhr

Das RKI mahnt in der Corona-Krise zur Vorsicht: Die Forscher schätzen die Ansteckungsrate derzeit auf den Wert von 1,1. Bisher sind in Deutschland laut RKI über 169.000 Infektionen nachgewiesen worden.

Die Corona-Pandemie in Deutschland gewinnt möglicherweise wieder an Dynamik: Die Reproduktionszahl stieg auf einen Wert von mehr als eins. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem täglichen Lagebericht zur Corona-Pandemie mit.

Die Experten schätzen den Wert demnach auf 1,10. Am Freitag war er vom RKI noch auf 0,83 geschätzt worden. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit einem Erreger ansteckt. Das RKI hatte immer wieder betont, dass die Reproduktionszahl unter eins liegen müsse, um die Epidemie abflauen zu lassen, .

"Entwicklung sehr aufmerksam beobachten"

Das RKI warnte, angesichts statistischer Schwankungen, die durch die gegenwärtig relativ geringe Zahl von Infizierten noch verstärkt würden, lasse sich allerdings nicht sagen, "ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt". Der Anstieg der geschätzten Reproduktionszahl mache es aber in jedem Fall "erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten".

Das Robert-Koch-Institut meldet in Deutschland 667 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit steigt die Zahl der Fälle auf insgesamt 169.218. Rund 144.400 der Betroffenen sind demnach bereits genesen. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. 7395 Infizierte sind schon gestorben. 

Lockerung variieren je nach Region

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.527 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2164 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.700 Fällen und mindestens 1423 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.200 bestätigten Fällen und mindestens 1542 Toten.

Bund und Länder hatten am Mittwoch weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen angekündigt, die je nach Bundesland unterschiedlich umfangreich und schnell in Kraft treten. Einigen Menschen geht dies nicht weit genug. So fanden in mehreren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen statt.

Reproduktionszahl wieder über 1
Felix Tenbaum, NDR
10.05.2020 07:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Mai 2020 um 23:00 Uhr.

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