Menschen stehen vor einem Testzentrum in der Schlange. | dpa

RKI zur Corona-Lage Inzidenz steigt auf 528,2 - wieder Höchstwert

Stand: 17.01.2022 07:49 Uhr

Die bundesweite Inzidenz steigt den vierten Tag in Folge auf einen Höchstwert und liegt laut Robert Koch-Institut nun bei 528,2. Besonders hoch sind die Inzidenzen im Norden. Auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt wieder an.

Es ist der vierte Höchstwert in Folge: Mit 528,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner hat das Robert Koch-Institut (RKI) erneut einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Am Vortag hatte der Wert noch bei 515,7 gelegen, vor einer Woche bei 375,7.

Die höchsten Inzidenzen verzeichnen dabei unter anderem die nördlichen Bundesländer - angeführt von Bremen mit einem Wert von 1389,3 und Hamburg mit 805,8. Auch die Hauptstadt meldet weiter Höchstwerte. In Berlin liegt die Inzidenz mit 947,7 nur knapp unter der Marke von 1000. Die niedrigste Inzidenzen haben derzeit Thüringen (197,9, Sachsen), Sachsen (248,5) und Sachsen-Anhalt (280,4).

RKI registriert 30 weitere Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 34.145 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte es 25.255 neue Fälle gegeben.

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 52 Todesfälle gewesen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, auf 115.649.

Zahl der Infektionen übersteigt acht Millionen

Seit Beginn der Pandemie hat das RKI 8.000.122 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner - die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz - innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,23 an (Donnerstag 3,09, Mittwoch 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Bund und Länder hatten diesen Wert im November vergangenen Jahres als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen festgelegt.

Virologe Stürmer: Zahlen werden weiter steigen

Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante würden die Zahlen noch weiter steigen, mahnte der Frankfurter Virologe Martin Stürmer. "Ich befürchte, dass wir noch nicht am Ende der Fahnenstange sind", sagte er im ARD-Morgenmagazin. Ein Blick in die Nachbarländer lasse erahnen, was Deutschland in Bezug auf  Omikron noch bevorstehe.  

Die Hoffnung eines überwiegend milden Krankheitsverlaufs bei einer Omikron-Infektion erteilte Stürme einen Dämpfer. "Wir wissen noch nicht genug darüber, wie sich Omikron bei Ungeimpften verhält. Da wäre ich noch sehr vorsichtig." Zudem fehlten Daten zu Langzeitfolgen wie Long-Covid für Omikron.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die Bürger gestern erneut zur Impfung aufgerufen. Derzeit seien 75 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft, nun müsse die Marke von 80 Prozent angestrebt werden, schrieb der Kanzler auf Twitter.

Beratungen der Gesundheitsminister

Heute beraten die Gesundheitsminister der Bundesländer ein weiteres Mal über ihr Vorgehen in der Pandemie. An der Videokonferenz, die unter dem Eindruck der Ausbreitung der Omikron-Variante und eines damit verbundenen starken Anstiegs der Neuinfektionen steht, wird auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach teilnehmen. 

Der SPD-Politiker hatte die Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld der Gesundheitsministerkonferenz in einem Interview dazu aufgerufen, sich mehrmals pro Woche mit einem Schnelltest auf das Coronavirus zu testen. Außerdem forderte er, dass zur Erfüllung der geplanten Impfpflicht drei Corona-Impfungen vorgeschrieben werden. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Januar 2022 um 09:00 Uhr.