Eine Krankenschwester trägt bei ihrer Arbeit eine Corona-Schutzmaske. | dpa

Corona-Pandemie Sieben-Tage-Inzidenz steigt

Stand: 26.04.2021 10:15 Uhr

Laut RKI wurden 11.907 Neuinfektionen gemeldet, die Inzidenz liegt bundesweit demnach bei 169,3. Während die Zahlen auf hohem Niveau verharren, fordern Ärzte ein baldiges Ende der Impfpriorisierung - sonst drohe ein Impfstau.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 60 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11.437 Corona-Neuinfektionen und 92 neue Todesfälle gemeldet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 169,3. Am Sonntag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 165,6 angegeben, am Montag vergangener Woche mit 165,3. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.299.325 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.910.100 an.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.624. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Sonntagnachmittag bei 1,08 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken.

"Erwarten klares Signal vom Impfgipfel"

Unterdessen werden die Rufe aus der Politik lauter, an der Priorisierung bei den Impfungen nur noch bis Mai oder Juni festzuhalten. Den niedergelassenen Ärzten ist das zu spät. "Spätestens in zwei, drei Wochen sollte die Priorisierung aufgehoben werden, da erwarten wir ein klares Signal des Impfgipfels", forderte Dirk Heinrich, Vorsitzender des Ärzteverbandes Virchowbund, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Ab Mai gehe es um 1,5 Millionen Impfdosen pro Woche für die niedergelassenen Ärzte, ab Juni seien es bis zu 3,5 Millionen Dosen. "Fällt die Priorisierung nicht schnellstens weg, bürokratisieren wir uns einen Impfstau herbei."

Hausärzte drängen seit Wochen

Der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, forderte ebenfalls mehr Tempo - und mehr Impfstoff für die Praxen. "Es ist so hanebüchen wie inakzeptabel, dass in den Kühlschränken der Impfzentren weiterhin Millionen Impfstoffdosen ungenutzt lagern oder nicht vollständig verbraucht werden, während sich draußen tagtäglich Tausende infizieren", sagte er der "Rheinischen Post". Seit Wochen fordere sein Verband, den Impfstoff endlich den Hausarztpraxen zu geben - "und zwar nicht bloß in homöopathischen Dosen".

Auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sprach sich für eine schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung aus. So wichtig diese zu Beginn der Impfkampagne gewesen sei, "so wichtig ist es jetzt, die Breite der Bevölkerung sehr schnell zu impfen", sagte Gassen der "Rheinischen Post". "Herdenimmunität bekommen wir nur, wenn wir nicht nur Alte und Hochbetagte impfen, sondern vor allem die Menschen mit vielen Kontakten."

Die Ethikratsvorsitzende Alena Buyx erinnert hingegen dran, dass die Priorisierung durchaus einen Sinn habe - nämlich Leben zu retten. "Es sollte allen Priorisierten vorher ein Impfangebot gemacht werden. Dann kann die Priorisierung auch wirklich rasch auslaufen und dann sollte man das Impfangebot auch erweitern." 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. April 2021 um 06:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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0_Panik 26.04.2021 • 14:50 Uhr

Wenn die noch so kleine Gefahr der Verbreitung von Corona ...

... immer wieder den Geimpften, wie den Genesenden, wie auch denen die eine Infektion ohne Symptome durchlebten oder ggf. nur schwache Symptome hatten (mittlerweile seit dem 1.1.20 Millionen Menschen in D), unterstellt wird, kann es keine Öffnungsstrategie geben. Fazit: D lebt im Jo-Jo-DauerLockDown-Machen auf der Grundlage der Inzidenz und des Infektionsschutzgesetzen mit Ausgangssperre, und zwar so lange, bis die Bundestagswahl ist. Die - geplante - Aufgabe der Impfpriorisierung ist da eher als Ablenkungsmanöver der Bundesregierung, d. MPs, und den sonst. Verantwortlichen zu sehen, wenn keine weitgehende Öffnungsstrategie einher geht - und zwar vor der Sommerpause2021 - .