Karl Lauterbach | REUTERS

Stand der Corona-Pandemie "Das ist alles auf Kante genäht"

Stand: 18.02.2022 09:25 Uhr

Gesundheitsminister Lauterbach hat an die Länderchefs appelliert, nicht über die beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen hinauszugehen. Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei überschritten, Rückfälle seien aber möglich.

Deutschland hat nach Einschätzung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten. Auf einer Pressekonferenz zur Corona-Lage warnte er zugleich: "Wir sind noch nicht wirklich in sicheren Gewässern." Die Zahlen könnten bei übertriebenen Lockerungen auch schnell wieder ansteigen.

Appell an die Länderchefs

Die Bundesländer müssten zurückhaltend bleiben. "Das ist alles auf Kante genäht." Lauterbach appellierte an die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, nicht über die jüngst beschlossenen Lockerungen hinauszugehen und sich an die Beschlüsse zu halten. Das sei das Maximum der derzeit möglichen Lockerungen. Das bisher Erreichte dürfe nicht gefährdet werden.

Daher wäre es falsch, sich mit schnellen Lockerungen zu profilieren. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, die Corona-Schutzmaßnahmen in drei Schritten bis zum 20. März weitgehend zu beenden.

Weitere Wellen und Varianten im Herbst möglich

Die zentrale Aufgabe sei der Schutz der Älteren gewesen. Die Maßnahmen gegen die Fallzahlen hätten gewirkt, daher seien die Sterbezahlen im Vergleich zu anderen Ländern relativ niedrig. Für den Herbst sei mit weiteren Wellen zu rechnen, möglicherweise werde es auch weitere Virusvarianten geben.

RKI: "Impfung ist der beste Schutz"

Der Vizepräsident des Robert Koch-Institutes (RKI), Lars Schaade, betonte, der beste Schutz sei auf jeden Fall die Impfung. Auch wenn der Höhepunkt der Omikron-Welle nun überschritten sei, bedeute das gerade für die Krankenhäuser noch keine Entspannung. "Der Scheitelpunkt für die Intensivstationen ist noch nicht erreicht." Das Infektionsrisiko bleibe hoch, ältere Menschen müssten weiter geschätzt werden. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagt Schaade.

Inzidenz weiter gesunken

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 1371,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 1385,1 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1472,2 (Vormonat: 553,2).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 220.048 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 240.172 Ansteckungen. Die Zahlen haben allerdings im Moment nur begrenzte Aussagekraft.

Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Das liegt daran, dass Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - die Infektion fließt damit nicht in die offizielle Statistik ein.

Über dieses Thema berichteten am 18. Februar 2022 tagesschau24 um 09:00 Uhr und Inforadio um 11:21 Uhr.