Eine Mitarbeiterin eines Labors hält eine Probe in den Händen. | dpa

RKI-Corona-Zahlen Inzidenz steigt leicht, Mutation dominiert

Stand: 22.04.2021 06:46 Uhr

29.518 Neuinfektionen, 259 weitere Todesfälle und eine leicht auf 161,1 gestiegene Inzidenz: Das Coronavirus verbreitet sich in Deutschland weiter. Eine Variante ist laut RKI für mehr als 90 Prozent der Fälle verantwortlich.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.518 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 100 Fälle mehr als vor einer Woche, als das RKI binnen eines Tages 29.426 neue Fälle gemeldet hatte.

Allerdings können die Zahlen weiter eine gewisse Unschärfe aufweisen, weil Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag das Ergebnis verzerren könnten. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht vollständig übermittelt worden. Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich um 259 neue Opfer. Insgesamt starben 80.893 Infizierte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht von 160,1 auf 161,1. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Mehr als 90 Prozent haben Mutante

Die Virusvarianten machen in Deutschland inzwischen einen Anteil von 95 Prozent aller neuen Fälle aus. Das RKI stuft diese Entwicklung als besorgniserregend ein. Laut RKI handelt es sich fast ausschließlich um die britische Variante B.1.1.7.

Bei einer Erhebung eines Laborverbundes sei ein Anteil der Mutante B.1.1.7 von etwa 93 Prozent erfasst worden, hieß es. Die Angabe bezieht sich auf mehr als 54.000 Proben aus dem Zeitraum vom 12. bis 18. April. Eine schnelle Veränderung der Dominanz dieser Variante sei "nach aktuellen Kenntnissen nicht zu erwarten", bilanziert das RKI.

Weitere als besorgniserregend eingestufte Varianten bleiben dem Bericht zufolge hierzulande selten. Es sei "keine starke Ausbreitung" der in Südafrika entdeckten Variante B.1.351 zu beobachten. Auch die Variante P.1 sei bisher nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen worden.

Das RKI berichtet zudem von der indischen Variante B.1.617, die bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung steht und bisher nicht als besorgniserregend eingestuft ist. "Diese Variante wurde zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra gefunden und verbreitet sich dort stark", erläutern die Autoren. Sie zirkuliere auch in anderen indischen Bundesstaaten und sei in Großbritannien und Deutschland vereinzelt gefunden worden. Für Deutschland werden 21 Nachweise genannt. In Deutschland wird nur ein Bruchteil der Corona-Proben auf Varianten getestet.

"Wir wissen es einfach nicht genau"

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert eine bessere Datengrundlage für den Kampf gegen die Pandemie. "Wir brauchen endlich repräsentative Bevölkerungstests auf das Coronavirus, wie es sie zum Beispiel in Großbritannien schon lange gibt", sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nur so ließen sich die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf eine valide wissenschaftliche Grundlage stellen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse über das Ansteckungsrisiko in den Schulen etwa seien nach wie vor nicht eindeutig. "Wenn die Inzidenz unter Jugendlichen steigen sollte und sie nach den Schulschließungen oder in den Ferien wieder sinkt, kann das natürlich auch mit den massenhaften Schnelltestungen zusammenhängen, die seit einigen Wochen Voraussetzung für den Präsenzbetrieb sind", so Reinhardt. "Wir wissen es einfach nicht genau."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. April 2021 um 08:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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saschamaus75 22.04.2021 • 13:59 Uhr

@12:16 von opaalt

>> Keiner erklärt, wie diese Viren nach >> Deutschland kommen DAS ist jetzt nicht wirklich Ihr Ernst? oO