Lars Schaade | Bildquelle: AFP

RKI beendet Virus-Briefings Raus aus dem Rampenlicht

Stand: 07.05.2020 11:36 Uhr

10 Uhr in Deutschland: Das RKI informiert über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. Erst täglich, dann nur noch zwei Mal die Woche - und jetzt ist ganz Schluss. Die Virus-Briefings werden eingestellt. Heute gab es aber noch mal Zahlen.

Die Pressekonferenzen des Robert Koch-Instituts gehörten längst zur Corona-Routine. Vormittags um 10 Uhr referierte RKI-Chef Lothar Wieler oder sein Vize die Zahlen - Corona-Neuinfektionen, Todesfälle, Genesene. Zu Beginn der Pandemie gab es die Briefings täglich, zuletzt nur noch zwei Mal die Woche. Jetzt stellt die Behörde die regelmäßigen Pressekonferenzen ein.

Ab der kommenden Woche werde es diese nicht mehr geben, teilt RKI-Vizepräsident Lars Schaade mit. Zu Beginn der Virus-Krise sei es wichtig gewesen, das Geschehen einzuordnen durch häufige Unterrichtungen der Öffentlichkeit. Es werde weiterhin Pressekonferenzen geben, dann aber anlassbezogen.

Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. "Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung", so Schaade.

RKI beendet Virus-Briefings
tagesschau24 10:00 Uhr, 07.05.2020

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Ansprechpartner sind nun die Länder

Schaade begründete den Schritt zum einen mit der positiven Entwicklung der Fallzahlen in Deutschland, zum anderen aber auch mit den jüngsten Kompetenzverlagerungen vom Bund auf die Länder. Gestern hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten über weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beraten und den Ländern dabei weitgehend freie Hand gegeben. Damit geht die Verantwortung für Lockerungen in den verschiedenen Bereichen auf die Landesregierungen über.

RKI-Gebäude in Berlin | Bildquelle: REUTERS
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Das RKI in Berlin wurde in der Corona-Pandemie zum ersten Ansprechpartner für Fragen, Daten und Fakten.

Das RKI, das eine Bundesbehörde ist, zieht sich nun ebenfalls in die zweite Reihe zurück. Erster Ansprechpartner sind nun die einzelnen Landesbehörden - das können Gesundheitsministerien sein, aber auch Gesundheitsämter.

Der RKI-Vizechef dankte in diesem Zusammenhang den vielen Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern, die täglich dabei sind, einzelne Infektionsketten nachzuverfolgen. Die Stellen für diese "Containment-Scouts" waren zuletzt aufgestockt worden.

1284 gemeldete Neuinfektionen

Auch Zahlen nannte das RKI in seinem letzten routinemäßigen Virus-Briefing: Demnach gab es in Deutschland seit gestern 1284 Neuinfektionen und damit wieder etwas mehr als in den Tagen zuvor. Das deutet nach Einschätzung des Instituts aber noch nicht auf eine neue Dynamik der Virus-Ausbreitung hin. "Da kann man noch keinen Anstieg daraus machen", sagte Schaade. "Jetzt würde ich vermuten, dass es noch das normale Meldeverhalten im Wochenverlauf widerspiegelt." Es sei regelmäßig so, dass am Mittwoch und Donnerstag die höchsten Zahlen gemeldet würden.

Sterbequote steigt weiter

Nach den Zahlen des Instituts steigt die Sterbequote im Zusammenhang mit Covid-19 in Deutschland weiter an. Mit 7119 Menschen, die im Zusammenhang mit Corona starben, liegt sie nun bei 4,3 Prozent aller nachweislich infizierten Menschen. In der Pandemie sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, sagte Schaade. Das liege vor allem an Ausbrüchen in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen liege bei 81 Jahren.

Die Reproduktionszahl schätzte das RKI auf 0,65. Das bedeutet, dass zehn Infizierte zwischen sechs und sieben weitere Personen anstecken. Rund 139.900 Menschen in Deutschland haben die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Notfallklausel des Bundes

Regional sind die Fallzahlen sehr unterschiedlich, im Süden gibt es mehr Corona-Infektionen als im Norden, im Westen mehr als im Osten. Das ist mit ein Grund für das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer zur Eindämmung der Pandemie. Für alle gilt jedoch die Notfallklausel des Bundes: Gibt es in Landkreisen oder kreisfreien Städten mehr als 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, müssen wieder harte Beschränkungen des öffentlichen Lebens eingeführt werden. Allerdings nur in den betroffenen Regionen, nicht bundesweit. Schaade hält das für sinnvoll. Dieser Grenzwert diene vor allem dazu, die Entscheidungshoheit im Ernstfall von der örtlichen Ebene auf die Landesebene zu heben, betonte er.

Zweite Welle im Herbst?

Das RKI schließt nicht aus, dass es spätestens im Herbst zu einer zweiten Infektionswelle kommen könnte - abhängig davon, wie die Menschen sich verhielten. "Wir sind nicht in Sicherheit mit dieser neuen Phase", sagte Schaade. "Wir haben es selbst in der Hand, ob es eine zweite Welle geben wird." Am wichtigsten blieben Abstandsregeln, Hygiene und die Arbeit der Gesundheitsämter. Die Pandemie sei nicht zu Ende.

"Das Virus ist nicht besiegt", mahnte auch die Bundeskanzlerin zuletzt. Und auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab im ZDF den Mahner: "Ein bisschen wundere ich mich schon, mit welcher Geschwindigkeit jetzt - und zwar innerhalb von Tagen - wieder alles zugelassen werden soll." Schließlich gebe es "natürlich keine Entwarnung, denn wir haben keinen Impfstoff, wir haben keine Therapie".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Mai 2020 um 13:00 Uhr.

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