PCR-Testungen im Bezirk Kitzbühel nach Mutations-Verdachtsfällen Mitte Januar | picture alliance / EXPA / APA /

Corona-Pandemie Mutationen verbreiten sich weiter

Stand: 11.02.2021 11:42 Uhr

Neue Zahlen legen eine wachsende Verbreitung der Virusmutation B.1.1.7 nahe. Laut RKI wurden bei zwölf Prozent der untersuchten Proben Hinweise auf Mutationen bestätigt. Allerdings könnten die Daten verzerrt sein.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts hat sich der Anteil der untersuchten Proben, in denen Hinweise auf Virusmutationen gefunden wurden, in der vergangenen Woche verdoppelt. Für die vierte Kalenderwoche hatte das RKI mitgeteilt, man habe bei fünf Prozent der sequenzierten Corona-Fälle Mutationen entdeckt, die meisten davon entfielen auf das "britische Virus" B.1.1.7. In der ersten Februarwoche stieg der Anteil auf zwölf Prozent.

In der vierten Kalenderwoche waren 30.348 Tests untersucht worden, bei 1452 wurden Hinweis auf B.1.1.7 gefunden, bei 93 weiteren auf die "südafrikanische Variante" B.1.351.

In der fünften Kalenderwoche wurden 23.530 Testergebnisse sequenziert, dabei wurden Hinweise auf B.1.1.7 in 2642 Fällen gefunden, in 190 weiteren Fällen auf B.1.351.

Verzerrung möglich

Das RKI warnt allerdings vor einer Verzerrung der Daten, da noch nicht bundesweit Labore an den Sequenzierungen teilnehmen. Zudem könnten Testergebnisse analysiert worden sein, die bereits als verdächtig im Hinblick auf Mutationen eingestuft wurden. Daher ist der Anteil der bestätigten Fälle bei diesen Proben mutmaßlich höher angegeben, als er tatsächlich ist.

Wie hoch die Verzerrung ungefähr sein könnte, konnte das RKI auf Anfrage von tagesschau.de nicht abschätzen. Mit den Ergebnissen einer derzeit laufenden "Ad-hoc Erhebung" werde man aber zum Trend Genaueres sagen können.

R-Wert über eins - trotz Lockdowns

In anderen Staaten haben sich die Virusmutationen in den vergangenen Wochen stark verbreitet. Sie gelten als ansteckender und können sich somit schneller verbreiten. Dänemark beispielsweise rechnet damit, dass Anfang März 80 Prozent aller Neuinfektionen auf die Variante B.1.1.7 entfallen.

Das zuständige dänische Institut errechnete zudem, wie stark sich die Mutation verbreitet: Während der R-Wert in dem skandinavischen Land durch die drastischen Schutzmaßnahmen insgesamt bei unter eins liegt, schätzen die Fachleute den R-Wert der "britischen Variante" derzeit auf etwa 1,14. Das heißt: Trotz des Lockdowns kann sich B.1.1.7 weiter verbreiten. Das RKI teilte auf Anfrage von tagesschau.de mit, eine solche Schätzung gebe es für Deutschland bislang nicht, man habe aber "natürlich ein Auge auf das Thema".

Über dieses Thema berichtete der WDR am 10. Februar 2021 um 18:15 Uhr.