Lothar Heinz Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, informiert über die Lage in der Corona-Epidemie (Archivbild). | Bildquelle: dpa

RKI zu Corona-Krise Krise mit "unvorstellbarem Ausmaß"

Stand: 20.03.2020 12:48 Uhr

Für RKI-Chef Wieler ist klar: Viele Deutsche nehmen die Corona-Krise nicht ernst genug. Binnen 24 Stunden gab es 3000 Neuinfektionen. Regierungssprecher Seibert appellierte, die angeordneten Maßnahmen umzusetzen.

"Wir sind alle in einer Krise, die ein Ausmaß hat, das ich mir selber habe nie vorstellen können" - drastische Worte von Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Institus (RKI), bei der heutigen Pressekonferenz zur Corona-Krise. "Ich erwarte jetzt, dass die Krankenhäuser vorbereitet sind. Jetzt muss es soweit sein." Die noch niedrige Todesrate mit 31 Fällen werde sich schnell ändern. "Wir sind am Anfang einer Epidemie."

Grund für die überdeutliche Warnung ist wohl auch, dass viele Deutsche die Corona-Krise und die damit einhergehenden Maßnahmen nicht ernst genug nehmen. Umfragen zufolge meine noch immer jeder Vierte, dass die Corona-Krise vor allem Panikmache sei. Das sei falsch: Deutschland habe zwar Zeit gewonnen. Aber es stehe bei den Infektionszahlen vor einer ähnlich exponentiellen Entwicklung wie andere europäische Länder. "Ich möchte, dass alle den Ernst der Lage begreifen", so Wieler.

In Deutschland sind laut neuesten Meldezahlen der Behörden knapp 14.000 Coronainfektionen registriert - bei weiter stark steigender Tendenz. Gegenüber dem Vortag war dies laut RKI eine Erhöhung um knapp 3000. 31 mit dem neuen Erreger infizierte Menschen starben bislang. "Wir sind in einem exponentiellen Wachstum", betonte Wieler. Bundesweit gebe es weiterhin große Unterschiede. So seien in Hamburg aktuell etwa 32 Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, in Thüringen nur sieben. Deswegen könnten verschiedene Regionen auch unterschiedliche Maßnahmen fahren.

Mehr als 15.000 Corona-Fälle in Deutschland: Appelle an Bevölkerung werden erneuert
tagesschau 12:00 Uhr, 20.03.2020, André Kartschall, ARD Berlin

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"Halten Sie Abstand!"

Nach RKI-Schätzungen haben mehr als 1000 Menschen die Infektion schon überstanden. "Es wird aber weiter Schwerkranke geben", betonte Wieler. Deswegen sei es auch wichtig, die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu befolgen. Vor allem Jüngere ignorierten nach wie vor die Anweisungen der Behörden, sagte Wieler. Das müsse aufhören: "Wir können diese Pandemie nur verlangsamen, wenn wir uns alle an die Spielregeln halten." Viele Menschen seien immer noch nicht bereit, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Wieler appellierte eindringlich an die Bevölkerung: "Bitte halten Sie Abstand. Und wenn Sie krank sind, bitte bleiben Sie zu Hause!" Solch eine Epidemie habe es noch nicht gegeben. Sie habe eine ganz andere Dimension als eine Grippewelle.

Ähnlich äußerte sich Regierungssprecher Stefan Seibert. Er dankte im Namen von Kanzlerin Merkel den vielen Millionen Menschen in Deutschland, die sich an die geltenden Beschränkungen halten. Die Mehrzahl der Menschen schränke Kontakte ein und lasse Reisen sein. Das sei Bürgersinn, Vernunft oder auch Nächstenliebe. Der Minderheit, die sich noch nicht vernünftig und verantwortlich verhalte, müsse gesagt werden: "Halten Sie sich an die Regeln, die nun in der nächsten Zeit gelten." Man solle einfach nicht in einer Menschentraube im Park stehen oder eng gedrängt im Café sitzen. Sollte dem nicht Folge geleistet werden, könne die Bundesregierung auch zu weiteren, drastischeren Maßnahmen greifen.

Jonas Schmidt-Chanasit, Bernhard-Nocht-Institut, über die Infektionssituation in Deutschland
tagesschau24 11:00 Uhr, 20.03.2020

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2020 um 20:00 Uhr.

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