Eine Touristin steht neben der Akropolis in Griechenland | AFP

Entscheidung der Bundesregierung Die Reisewarnung für Corona-Risikogebiete fällt

Stand: 11.06.2021 16:07 Uhr

Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete am 1. Juli auf. Das betrifft fast 100 Länder weltweit. Man könne sich nun wieder "auf mehr Normalität freuen", so Außenminister Maas.

Nach mehr als einem Jahr hebt die Bundesregierung die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete am 1. Juli auf. Das betrifft fast 100 Länder weltweit. "Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen", erklärte Außenminister Heiko Maas diesen Schritt.

Die Bundesregierung rät ab dem kommenden Monat auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Für Länder der EU sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird künftig in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch "um besondere Vorsicht gebeten". Das betrifft zum Beispiel Italien, große Teile Spaniens und ab Sonntag auch ganz Österreich.

Für die meisten österreichischen Bundesländer war die Einstufung als Risikogebiet bereits vor einer Woche aufgehoben worden. Ab Sonntag gilt das auch für die noch ausstehenden Länder Tirol und Vorarlberg. Wer aus Deutschland nach Österreich einreist, muss allerdings auch weiterhin einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweisen können. Davon ausgenommen ist, wer eine Impfung nachweisen kann oder bereits an Corona erkrankt und genesen ist.

Derzeit gilt die Corona-Reisewarnung für alle Weltregionen, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen 50 übersteigt. An dem 1. Juli wird sie erst ab einer Inzidenz von 200 gelten und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Das sind weltweit aber nur etwa 40 der insgesamt rund 200 Länder.

"Hoffnung und Zuversicht zurück"

"Mit dem Sommer kehren Hoffnung und Zuversicht nach Deutschland zurück", sagte Maas. Bei aller berechtigten Zuversicht sei das Fehlen einer Reisewarnung aber eines nicht: die Einladung zur Sorglosigkeit.

"Reisen mit Vernunft und Augenmaß, das ist das Motto dieses Sommers. Die Gefahr durch das Virus und seine Mutanten ist noch lange nicht gebannt." Das zeige der Blick nach Asien oder Südamerika. "Deshalb werden wir auch in Zukunft vor Reisen warnen, wo es Sinn macht: bei Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten." Klar sei: "Niemand kann sich im Sommer 2021 darauf berufen, im Urlaub von der Pandemie überrascht worden zu sein."

Reisewarnung entfällt für weitere Länder

Auch die Urlaubsinsel Madeira in Portugal sowie die Länder Zypern, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Libanon, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Ukraine werden von der Risikoliste gestrichen. Hinzu kommen zwei Regionen in Norwegen. Für alle diese Länder und Regionen entfällt auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Die USA und Kanada sind ab Sonntag ebenfalls keine Risikogebiete mehr. In diesen beiden Ländern gilt aber nach wie vor eine Einreisesperre für Deutsche, die nicht dort leben.

Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für Georgien, Katar und Mexiko. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft. Damit entfällt die generelle Quarantänepflicht von fünf bis zehn Tagen bei Einreise nach Deutschland. Wer einen negativen Test vorweisen kann, muss sich nicht mehr selbst isolieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2021 um 15:00 Uhr.